Kronen Zeitung: Kampagne gegen Bettler*innen

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  • 2014jun10_KronenZeitung
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Skript:

Die Kronen Zeitung macht Stimmung gegen Bettler*innen. In Oberösterreich hat die Krone im Mai innerhalb von neun Tagen acht Titelseiten dem Thema Betteln gewidmet. Die Rhetorik: Bettler-Unwesen, Bettler-Schande, Bettler-Kind, Bettler-Attacke, Bettler-Hauptstadt, Profi-Bettelei. Aber nicht nur in Linz schürt die Krone Unmut gegen Bettler*innen, auch in anderen Städten rüstet die Krone mit einer langen Reihe von Negativberichterstattung gegen Bettler*innen auf. Dabei hält sich die Kronen Zeitung erwartungsgemäß nicht immer an Fakten. Christian Diabl von der Medien-Beobachtungsseite kobuk.at kommentiert: «Augenscheinlich ist der Krone beinahe jedes Mittel recht, um die Ressentiments in der Bevölkerung und den Mythos der Bettelmafia weiter zu bedienen.» Doch warum ist der Krone das Thema Betteln so wichtig? Das haben wir Helge Fahrnberger gefragt, der die Medien-Beobachtungsseite kobuk.at gegründet hat.

O-TON: Helge Fahrnberger

Die Negativkampagne zum Thema Betteln hilft nicht nur der Auflage der Kronen Zeitung, sondern auch den Politiker*innen, die Betteln weiter kriminalisieren wollen. So hat letzte Woche in Linz ein Gipfel zum Thema Betteln stattgefunden, und zwar im Büro von Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Geht es nach der ÖVP, soll sogenanntes «Gewerbsmäßiges Betteln» in Oberösterreich verboten werden. In Salzburg gab es — so wie in Graz — bereits ein von der Politik durchgesetztes generelles Bettelverbot, das dann aber vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurde. Jetzt fordert die Salzburger ÖVP, Betteln nur mit Lizenz zu ermöglichen.

Mit ihrer menschenverachtenden Berichterstattung trägt die Kronen Zeitung zu einem politischen Klima bei, in dem die am stärksten sozial benachteiligten Mitglieder unserer Gesellschaft weiter ausgegrenzt und kriminalisiert werden. Für ihre Berichterstattung über Bettler*innen wurde die Kronen Zeitung übrigens im April vom Presserat verurteilt. Mehrere Artikel der Kronen Zeitung zum Thema Betteln verstoßen gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse, so der Presserat.

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