Die Utopie lebt! Und die Toten kommen!

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FROzine
  • 2015.06.24_1800.10-1850.10__Frozine
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Sie ham a Haus kauft, Sie ham a Haus kauft. Sie ham se Haus gekauft. Ich schätze zwar nicht das die Habitäter*innen diese leicht verfremdete Version von Arik Brauers Lied „Sie ham a Haus kauft“ jeden Abend vorm Schlafengehen singen, warum sie aber mit ihrem Projekt bis jetzt trotzdem nicht unzufrieden sein können, werden sie heute im Frozine berichten.

Das Habitat gibt es mittlerweile seit etwa 1,5 Jahren. Es ist ein Kollektiv, dass sich zur Aufgabe macht, selbstorganisierte und aus dem Spekulationsmarkt herausgenommene Hausprojekte in Österreich zu unterstützen und zu verwirklichen. Dazu waren sie auch schon öfters im Frozine zu Gast. Heute geht es aber um die zukünftigen Aktionen.

Denn nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Crowdfundingkampagne, es wurden 12.000 € für die Errichtung der Österreichischen Rechtsstruktur gesammelt, gehen die Habitäter*innen nun den nächsten Schritt: Sie haben bereits ein Objekt in Linz im Auge, das für sie als Hausprojekt in Frage kommt.

Was es braucht um überhaupst ein Haus kaufen zu können, wie das geht, als Gruppe ein Haus zu kaufen und ob das nicht mehr Probleme bringt als es löst und noch mehr werden Julia Krikler und Florian Humer vom Habitat beantworten.

 

Eine Kunstaktion hat letzte Woche  halb Europa und auch viele Teile des Internets aus dem Häuschen gebracht.  Die Theatergruppe „Zentrum für politische Schönheit“, nach ihrer Selbstdefinition „eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit – zum Schutz der Menschheit„, hat Menschen die bei der Flucht nach Europa starben und an den EU-Außengrenzen zum Teil in Massengräbern beerdigt wurden, exhumiert und in Deutschland standesgemäß beerdigen lassen. Dass diese Kunstaktion massive Sprengkraft in der bereits seit Ewigkeiten herumlavierenden Flüchtlingsdebatte haben hat, war klar. Ob sich dadurch etwas ändern wird ist fraglich. Eines hat die Aktion jetzt schon bewirkt, wir werden nicht mehr wegsehen können wenn an den Rändern Europas Flüchtlinge krepieren und in Massengräbern anonym bestattet werden.

Zum Thema hören wir folgenden Beitrag der Tagesredaktion von Radio Corax aus Halle :

Die neuste Aktion des Zentrums für politische Schönheit steht unter dem Namen „Die Toten kommen“. Dabei will das Künstlerkollektiv die Leichen von Flüchtlingen in Berlin beerdigen. Heute Vormittag (am 16.6.2015) fand die erste Beerdigung statt. Auf dem Friedhof in Berlin-Gatow wurde eine Frau mit ihrem Kind muslimisch beerdigt. Die Woche über soll es weitere, spontan angekündigte Beerdigungen geben. Am Sonntag soll dann vor dem Bundeskanzlerinnenamt der Grundstein für ein Friedhofsfeld als «Gedenkstätte für die Opfer der militärischen Abriegelung Europas» gelegt werden. Über die Hintergründe der Aktion haben wir uns mit Justus Lenz vom Zentrum für politische Schönheit unterhalten.

 

Moderation: Mathias Haunschmidt

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