Kurztrip ins Elend

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B37 und "Die Toten von Lambach"

Es ist ein schmaler Grad zwischen Hilfsbereitschaft und Ausbeutung. Am Beispiel illegaler Waisenhäuser in Ghana wollen wir heute den oft schädlichen Auswirkungen unreflektierter Hilfsbereitschaft nachgehen. Und stellen die alte Frage: Was kann, darf, soll man tun?

Kürzlich hat eine Ausgabe der ORF-Sendung „Thema“ (3.7., 21:02) wieder daran erinnert, dass viele Arten von Ausbeutung existieren. Eine davon wird „Sozialtourismus“ genannt. Freiwillige aus den reichen Teilen der Welt zahlen bis zu 2000 Euro um in einem sogenannten „Entwicklungsland“ in Projekten mithelfen zu dürfen. Mittlerweile ist die Nachfrage nach solchen Möglichkeiten helfen zu können so groß, dass es gar nicht genügend Projekte gibt um all der Hilfsbereitschaft Raum zur Entfaltung bieten zu können. Daraus hat sich vor einiger Zeit ein Volunteer-Business entwickel, das in den betroffenen Regionen oft schlimme Auswirkungen zeitigt.

In Ghana etwa existieren mittlerweile mehrere illegale Waisenhäuser deren Business-Model darin besteht Voluntär*innen gegen Bezahlung Einsatzmöglichkeiten anzubieten. Dafür werden Kinder in Waisenhäuser geholt deren Unterbringung in einer solchen Einrichtung gar nicht notwendig wäre.

Der Linzer Verein BRAVEAURORA versucht die durch den Sozialtourismus angerichteten Schäden wieder zu reparieren. Ziel ist es  Kinder aus „Waisenhäusern“ wieder zu ihren Familien rückzuführen und in die Dorfgemeinschaft zu reintegrieren. Im Studio zu Gast ist Julia Obereder, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied von BRAVEAUROR. Sie wird über die Tätigkeiten des Vereins berichten und Hintergründe der Vereinsarbeit beleuchten.

Via Telefon zugeschaltet ist Petra Radeschnig, ehemalige Entwicklungshelferin in Burkina Faso und nach wie vor Mitbetreiberin einiger Hilfsprojekte. Ihr Credo ist es neben der (systemstabilisierenden) Wohlfahrt auch politische Projekte zu unterstützen die eine nachhaltige Entwicklung voran treiben und die Unabhängigkeit sogenannter Entwicklungsländer von Hilfsprojekten der satten Welt zum Ziel haben.

Durch die Sendung führt Andi Wahl

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