Der Salon des Proletariats – Katharina Pecher über die Konstruktion von Narrativen

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Um die Zither, oder besser gesagt: Zithern (denn es gibt deren mehrere) und ihre Entwicklung ranken sich zahlreiche Geschichten. Während die einen ihre Wurzeln in der griechischen Antike sehen, betrachten andere sie quasi als Gottesgeschenk, das nur in der Reinheit abgelegener Bergregionen entstehen konnte. Fakt ist, dass sie im beginnenden 19.Jahrhundert bevorzugt von Bettlern und Vagabunden gespielt wurde, nicht selten in eher übel beleumundeten Wirtshäusern. Im Bestreben, sie als Konzertinstrument zu etablieren wurden unterschiedliche Narrative entwickelt, teils auf einem Körnchen Wahrheit gegründet, teils frei aus der Luft gegriffen. Allein die unterschiedlichen Bauarten, Besaitungen und Stimmungen sorgten andauernd für heftige Streitigkeiten unter den Vertretern der verschiedenen Parteien, die mit Verbissenheit in mitunter wechselnden Koalitionen geführt wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts mutierte die Zither tatsächlich zeitweise zu einem echten Volksinstrument, das in der Arbeiterschaft stark verbreitet war. Aber auch das war natürlich wieder nicht allen recht.

Katharina Pecher setzt sich mit der Zither keineswegs nur auf theoretischer Ebene auseinander, regelmäßig dirigiert sie das Ensemble der Wiener Zithervereins. Dadurch sind ihr auch die unter Zitherspielenden tradierten Erzählungen bestens vertraut. In ihrem bei Hollitzer erschienenen Buch ‚Der Salon des Proletariats‘ lässt sie diese oftmals einfließen, setzt sie in Kontext sowohl mit den durchaus unterschiedlichen musikhistorischen Narrativen als auch den vorhandenen Quellen. Dabei treten nicht nur zahlreiche Widersprüche und Kontraste zutage, sondern auch so manche Fehlstelle. Denn nicht zuletzt ist die Geschichte der Zither(n) auch eine Geschichte verdrängter Frauen.

Website Hollitzer Verlag Der Salon des Proletariats
Website Wiener Zitherfreunde

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