Hunger.Macht.Profite: Landgrabbing

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Hunger.Macht.Profite., die Filmtage zum Recht auf Nahrung, tourt heuer zum 14. Mal durch ganz Österreich. Die gezeigten Filme setzen sich kritisch damit auseinander, wie unsere Nahrung produziert wird. Welche Bedingungen herrschen vor? Wird nachhaltig produziert und fair entlohnt? Wer darf das Land bewirtschaften? Nach den Filmen gibt es Expert*innengespräche zu den gezeigten Themen und es werden Handlungsoptionen aufgezeigt.

In Oberösterreich werden die Filme zwischen dem 12. und 18. November 2025 an verschiedenen Standorten gezeigt.Am 13. November wird im Kino Freistadt der Film Landgrabbed von Magdalena Krukowska gespielt. Der Inhalt: Landgrabbing ist eine Entwicklung, bei der sich internationale Agrarkonzerne, Banken und nationale Eliten viele Hektar Land illegal sichern. Die Regisseurin dokumentiert das Vorgehen eines belgischen Unternehmens in Westafrika und wirft einen Blick auf zwei Gemeinschaften in Ghana und der Elfenbeinküste, die für Kautschuk- und Palmölplantagen enteignet wurden. Durch den Raub ihres Landes wird die Lebensgrundlage der Menschen entzogen und so auch die Möglichkeit, sich angemessen zu ernähren. „Landgrabbed“ porträtiert zwei westafrikanische Gemeinschaften und zeigt auf, welche einschneidenden Folgen der Verlust von Land für die lokale Bevölkerung hat und wie schwierig
es für Betroffene ist, ihre Rechte einzufordern.

Lukas Schmidt, der Geschäftsleiter von FIAN Österreich erklärt im FROzine Interview die Hintergründe zu der Praxis von Landgrabbing, oder auch Landraub. Regierungen verkaufen oder verpachten Land an (ausländische) Großkonzerne, die dort Lebensmittel oder Rohstoffe anbauen, die meist für den Export bestimmt sind. Lokale Kleinbäuer*innen verlieren ihre Lebensgrundlage, es kann zu, teils gewaltsamen, Vertreibungen kommen. Die angebauten Lebensmittel landen dann in Europa in unseren Supermärkten, für Endkonsument*innen oft nicht erkennbar, welchen Ursprung sie haben. Der ursprüngliche Gedanke hinter Landgrabbing war, dass durch den Verkauf von Land es der Bevölkerung möglich gemacht wird, andere Arbeit anzunehmen und sich mit der Entschädigung für den Verkauf leichter Lebensmittel leisten zu können. In der Realität hat es Nahrungsmittelknappheit im globalen Süden nur verstärkt. Vor allem Frauen sind negativ betroffen, hatten sie vorher die Möglichkeit, selbst Lebensmittel anzubauen, haben sie nach der Wegnahme des Landes keine Arbeitsstellen gefunden.

Ein weißer Mann ist bis zum Hals zu sehen. Er hat einen kurzen braunen Bart und steht vor einem Baum.
Lukas Schmidt, Geschäftsleiter FIAN Österreich

Schmidt spricht davon, dass Hunger. Macht. Profite. auf diese globalen Auswirkungen aufmerksam machen und zu bewussterem Konsum anregen möchte. Er ist aber auch davon überzeugt, dass es nicht allein die individuellen Konsumentscheidungen sind, die eine Verbesserung für die betroffenen Menschen bringen kann. Es bräuche politische Vorgaben für eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln.

Über die Problematik von Landgrabbing und andere Themn rund um Ernährungssicherheit klärt Hunger.Macht.Profite. an vier Terminen in Oberösterreich vom 12. bis 18. November auf. Das gesamte Programm finden Sie hier.

Headerbild: Filmstill von Landgrabbed (c)Magdalena Krukowska

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