LUST AUF LESEN? Karin Peschka/Dschomba
Karin Peschka, geboren 1967, ist in Eferding als Wirtstochter des Gasthauses „Zum Roten Krebs“ aufgewachsen. Seit dem Jahr 2000 lebt sie in Wien.
Ihr Roman „Dschomba“ ist ein feinfühliges Porträt eines Dorfes und seiner Bewohner und erzählt unaufgeregt und trotzdem fesselnd über das Fremdsein und das Schweigen. Wie in einem großen Gewebe sind die Figuren des Romans miteinander verbunden.
Am 9. November 1954 tanzt ein Fremder barfuß, nur in Hemd und Hose, bei Regen Eferding auf dem Friedhof herum. Dabei singt, nein, brüllt er eigentlich ein serbisches Wiegenlied. Es handelt sich um Dragan Dzomba, einen Serben. Der Dechant, kirchlicher Würdenträger und Pfarrer in Eferding, wird gerufen, um ihn zur Räson zu bringen. Was es mit diesem Menschen auf sich hat, wird sachte Schritt für Schritt aufgedeckt. Am Ende des Buches schließen sich einige große Kreise, beobachtet von der jüngsten Wirtstochter. Manches bleibt offen, trotzdem sehen wir viele Fragen beantwortet.
Eine interessante und tief berührende Geschichte über ein nahezu vergessenes Kapitel österreichischer Dorfgeschichte.
