Seit Mai 2023 verantwortlich an der Seitenlinie des österreichischen Bundesligisten SV Oberbank Ried: Maximilian Senft. Eine lange Zeit für Profifußball-Verhältnisse – aber immer mit einem Plan für seine Teams.
Maximilian Senft ist seit Mai 2023 Cheftrainer der Sportvereinigung Oberbank Ried 1912. Ein Kommunikator. In der vergangenen Saison aufgestiegen, spielt sein Team heuer eine gute Rolle in der obersten heimischen Fußball-Spielklasse. Den Klassenerhalt souverän geschafft und das Team als mehr als soliden Mittelständler etabliert – not bad für die Premierensaison nach der Rückkehr.
Doch die Personalie Senft beginnt natürlich nicht erst bei der SV Ried. Als Spieler im Unterhaus unterwegs, machte er sich neben seinem Studium zuerst als Pokerspieler einen Namen. Alles andere als unerfolgreich, ein 11. Platz im Main Event der World Series Of Poker im Jahr 2014 ist eine beachtenswerte Leistung. Doch Poker war es nicht, das Senft antrieb – es ging zurück zum Fußball. Nach dem Wirtschaftsstudium stand Sport an der FH Wiener Neustadt an der Tagesordnung.
Von Pinkafeld über Barnsley ins Innviertel
Die Trainer-Laufbahn von Senft führte ihn zunächst dorthin zurück, wo er auch als Aktiver auf dem Platz stand: ins Unterhaus. Bei Adressen wie ASK Mannersdorf und SC Pinkafeld verdient er sich seine ersten Trainerlorbeeren, nur um danach beim Zweitligisten FAC anzuheuern. In der Analyse – denn ein Zahlenmensch ist Senft bis heute geblieben. Es folgen Stationen bei Austria Wien und dem WAC, ehe er mit seinem damaligen Cheftrainer Gerhard Struber als Assistent beim damaligen englischen Championship-Club Barnsley anheuert. Eine neue Fußball-Welt, die aber auch die Kommunikationsfähigkeiten, eine der Stärken Senfts, überdurchschnittlich forderte, wie er uns im Interview verraten hat. Es folgt: die Rückkehr nach Österreich, als Cheftrainer. Wieder beim SC Pinkafeld, den er zwischendurch gemeinsam mit dem Frauen-Bundesligisten FC Südburgenland betreut hatte. Bis Mitternacht stand er oft am Platz – zwei Teams gleichzeitig sind eine Herausforderung.
Von dort ging es weiter zur zweiten Mannschaft der SV Ried, den jungen Wikingern, ehe er 2023 im Mai die letzten sieben Spiele der ersten Mannschaft in der Bundesliga coachte. Den Abstieg in die zweite Liga konnte er nicht mehr verhindern – doch der Club hielt an ihm fest und ging mit ihm auch in die nächste Saison. Mit einem Plan: Aufstieg in die Bundesliga anpeilen, aber das Team auch konsolidieren und die eigene Akademie fördern. Eine Akademie, deren Output sich sehen lassen kann – Spieler wie Fabian Rossdorfer oder Jonas Mayer zählen zum Profikader. Andere konnten an andere Vereine abgegeben werden und sichern so den wirtschaftlichen Fortbestand des Vereines mit.
Max Senft hat ein Konzept: junge Spieler mit gestandenen Leistungsträgern zusammenzuspannen und ein System durchzusetzen. Spieler werden gezielt nach Charakter, Leistungsdaten und Positionen verpflichtet, die Entwicklung auch über eine Saison hinaus gedacht. Auf die Mittel der SV Ried bezogen, natürlich. Der Erfolg scheint Senft rechtzugeben – und weckt natürlich Begehrlichkeiten. SK Sturm Graz habe angeklopft, Senft ist dennoch in Ried geblieben. Die fußballerische Reise des gebürtigen Wieners ist mit Sicherheit noch nicht zu Ende – viel Spaß beim Reinhören in die aktuelle Folge von „Das Magische Dreieck“!









