Pride in Graz: QuFO über Sichtbarkeit, Pinkwashing und Backlash | Falschinformation im ORF: Wenn Falschaussagen bleiben

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Pride in Graz: QuFO über Sichtbarkeit, Pinkwashing und Backlash gegen die Community
Kurz vor der Grazer Pride spricht VON UNTEN mit der Queer Feministischen Organisation Graz (QuFO) über das, was Sichtbarkeit für die LGBTIQ+ Community in Graz bedeutet. Im Studio hört ihr Ben und Erin, Ben ist Gründungsmitglied und Erin seit letztem Jahr dabei. Es geht um die Gründungsgeschichte des Vereins, die diesjährigen Pride-Pläne – und um die Frage, wie man mit Pinkwashing umgeht, wenn Firmen und Institutionen Regenbogenfarben tragen, ohne sich sonst für queere Anliegen einzusetzen. Aktueller Anlass für ein kritisches Gespräch: Erst kürzlich wurde ein Regenbogen-Zebrastreifen an der Karl-Franzens-Universität übermalt und eine Regenbogenfahne auf der TU Innfeldgasse zerrissen. Burschenschaften und Identitäre versuchen den Pride-Monat seit wenigen Jahren als „Stolz auf Österreich» und „Stolz auf hetero» zu vereinnahmen. Wir fragen QuFO, wie sich dieser Backlash in Graz konkret zeigt – im Alltag, in der Politik, im öffentlichen Diskurs – und was es braucht, damit queere Sichtbarkeit nicht nur im Juni stattfindet.

Falschinformation im ORF: Wenn Falschaussagen nicht richtiggestellt werden
FPÖ-Chef Mario Kunasek behauptete öffentlich, Sozialhilfen könnten als Einkommensnachweis für die Staatsbürgerschaft gelten. Das ist falsch – und gesetzlich bereits ausgeschlossen. Trotzdem steht die Aussage bis heute unkorrigiert in der ORF-Mediathek. Wir fragen, was es bedeutet, wenn rechtsextreme Falschinformationen unwidersprochen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet werden – und warum eine Richtigstellung von Lukas Gahleitner-Gerz (Asylkoordination) im zugehörigen Artikel nur stark verkürzt und ganz am Ende auftaucht. Im Gespräch mit Alexander Pollak von SOS Mitmensch geht es um Österreichs im europäischen Vergleich besonders restriktives Staatsbürgerschaftsrecht, um die realen Folgen für Betroffene und Arbeitsmarkt – und um den Blick nach Spanien, wo Anfang 2026 rund 500.000 Menschen ohne gesicherten Status einen Bleibestatus erhielten.
Außerdem: Welche Strategie steckt dahinter, wenn Politik gezielt Neid zwischen Menschen schürt, die ohnehin prekär leben? Und was erwartet Pollak sich von der eingebrachten Beschwerde beim ORF-Publikumsrat?

Veranstaltungshinweise:
CSD Graz 2026
Am 27. Juni findet die Christopher-Street-Day-Parade in Graz statt. Treffpunkt ist um 12 Uhr in der Wilhelm-Fischer-Allee im Stadtpark, von dort führt die Route über Joanneumring, Herrengasse, Hauptplatz, Südtiroler Platz und Annenstraße bis in den Volksgarten. Dort findet im Anschluss das CSD-Parkfest mit Musik, Infoständen und Familienbereich statt. Rund um den Pride-Monat gibt es in Graz weitere Programmpunkte, etwa einen Regenbogen-Gottesdienst und eine eigene CSD-Tram. Mehr Infos unter csd-graz.at.

Antifa Soli-Bingo gegen Repression
Am 9. Juli gibt es ab 19 Uhr im Spektral (Lendkai 45) einen Soli-Bingo-Abend. Anlass ist der andauernde Prozess um die sogenannte „Burschenschafter-Kappe» – seit eineinhalb Jahren steht die Anklage wegen „Schweren Raubes» gegen sieben Grazer Antifaschist:innen im Raum. Das bedeutet anhaltende Repression, Unsicherheit und laufende Kosten für die Betroffenen. Mit Drinks, kurzen inhaltlichen Inputs und Bingo-Preisen soll in Kneipenatmosphäre Solidarität gezeigt werden. Teilnahme und Eintritt sind frei.

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