In der späten DDR kämpften Bürgerinitiativen und Planer:innen gegen den dramatischen Altstadtzerfall und für eine „behutsame Stadterneuerung“ statt Kahlschlag. Dr. Harald Engler (Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, IRS Erkner), Experte für die DDR-Planungsgeschichte und das Forschungsprojekt „StadtWende“, führt uns die bittere Realität im Kampf um den Erhalt des Gebäudebestands in vielen Städten der späten DDR vor. Während die Staatsführung und die staatliche Bauwirtschaft fast alle Ressourcen in den Plattenbau auf der grünen Wiese steckte, verfielen die historischen Stadtkerne. Doch genau aus diesem Mangel heraus formierte sich ein historischer Wendepunkt und zukunftsweisende Konzepte für einen verbesserten städtebaulichen Denkmalschutz, wenn er vor 1989 auch nur in Ansätzen in die Wirklichkeit umgesetzt werden konnte. Was können wir heute – mitten in der Debatte um Umbaukultur, Denkmalschutz und das Verhindern von Abrissen – aus den damaligen Erfahrungen lernen?