3. WILPF-Austria-Frauenfriedenskongress, Gespräche mit Rosa Logar, Sabine Zelger und Alexandra Gusetti, Digitaler Gandhi – Beitrag von Peter Ruehe, Neutralitätskonferenz und Herbsttour “Fra Guerra e Pace” von Pippo Pollina sind Themen dieser Sendung. Details siehe unten und bei den weiterführenden Links.
Ich war am 29. September 2026 in Wien beim 3. WILPF Austria Frauenfriedenskongress. Kein Frieden ohne Frauen. Für eine umfassende feministische Friedenspolitik und Friedensarchitektur in Österreich und Europa. (WILPF = Women’s International League for Peace und Freedom) https://wilpf.at/
Ich sprach mit Rosa Logar, Vorsitzender von WILPF Austria und Organisatorin des 3. WILPF-Austria-Frauenfriedenskongresses. Kein Frieden ohne Frauen*
Rosa Logar erklärte, was der Frauenfriedenskongress ist, wann, warum und wo er entstanden ist und was heuer besprochen wurde.
Ich sprach auch noch mit Sabine Zelger, einer der Impulsgeberinnen des 2. Friedenstisches zum Thema „Feministische Friedensforschung und Friedensbildung – Impulse für Frieden“. Sabine Zelger ist Hochschulprofessorin für Deutschdidaktik an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/NÖ für den Primar- und Sekundarstufenbereich und sie ist auch Autorin. Ich bat Sie, das Wichtigste aus Ihrem Impuls zu erklären.
Ihr Thema war die Militarisierung von Bildung. Was ist das, wo findet das derzeit statt und wie kann dem begegnet werden und was könnte man dagegen unternehmen? https://www.germ.univie.ac.at/sabine-zelger/
Im Zug auf dem Weg von und nach dem Frauenfriedenskongress konnte ich das spannende Buch „Mit Mathilde“ von Alexandra Gusetti lesen. Alexandra Gusetti ist auch im Vorstand von WILPF Austria. Sie lädt euch zu ihrer Buchvorstellung in Gmunden ein.
Mit Mathilde – für ein bedingungsloses Nie-wieder
Lesung und Gespräch mit der Autorin Dr. Alexandra Gusetti, Moderation Julia Krapf
Donnerstag, 22.10.2026, 19 Uhr, Rathaussaal Gmunden, freier Eintritt
Spontan und unverhofft kreuzt sich der Lebensweg der Autorin mit jenem Mathildes, einer gehörlosen jungen Frau, die in den Wirren der 1920er Jahre in einer psychiatrischen Anstalt strandet und 1940 in Hartheim ermordet wird. Die Erzählerin taucht in die Vergangenheit ein, lässt sich von Mathildes Leben berühren und lässt über Zeitferne hinweg einen feinen, sensiblen, historischen Dialog über Liebe, Verbundenheit und ein bedingungsloses Nie-Wieder entstehen.
Buchtipp: Alexandra Gusetti: Mit Mathilde, Roman Bibliothek der Provinz, ISBN 978-3-99126-392-0, 136 Seiten, Hardcover, 20 €
Geburtstag Gandhi: 2. Oktober 1869
Kurz vor dem 157. Geburtstag von Mahatma Gandhi bekam ich von Peter Ruehe die Einladung, digital mit Mahatma Gandhi zu reden.
Mahatma Gandhi wird in der Friedensbewegung oft als Vorbild bei gewaltfreien Aktionen verwendet. Für viele ist er ein Denkmal im Park, ein Porträt auf einer Briefmarke oder ein Kapitel im Geschichtsbuch. Doch was passiert, wenn wir aufhören, ihn nur aus der Ferne zu bewundern, und stattdessen anfangen, ihm echte, unbequeme Fragen zu stellen?
Genau das macht ein neues, faszinierendes Projekt möglich: Durch die Partnerschaft zwischen der Organisation GandhiServe und dem britischen Technologie-Unternehmen Live Wisdom wurde ein digitaler Gandhi geschaffen – basierend auf Jahrzehnten akribischer Archivarbeit und modernster, ethisch kontrollierter KI.
Keine weichgespülten Antworten, keine Halluzinationen, sondern eine lebendige Intelligenz, die streng auf Originalquellen fußt und bereit ist, selbst die kontroversesten Diskussionen zu führen. Wie aus einem wandelnden Archiv ein digitaler Dialogpartner wurde und warum Gandhi heute wieder lebendig werden soll – darüber spricht Peter Ruehe in seinem Beitrag.
Thematische Zusammenfassung des Beitrags
Der Ursprung: Die persönliche Spurensuche begann 1983 in Indien über die deutsche Friedensbewegung. Wegweisend war die Begegnung mit Prabhudas Gandhi, dem Großneffen des Mahatma, der als Mentor lehrte, dass Gewaltfreiheit kein starres Denkmal, sondern ein lebendiges Prinzip ist.
Die Kritik an der Gegenwart: Gandhi wird heute oft nur noch oberflächlich verehrt, seine radikalen Gedanken werden als „nicht mehr zeitgemäß“ beiseitegeschoben. Dem setzt das Projekt eine Kultur des beharrlichen Hinterfragens und der Neugier entgegen.
Die Partnerschaft: GandhiServe (mit dem weltweit umfangreichsten Gandhi-Archiv außerhalb Indiens: Zehntausende Fotos, Audios und Briefe) hat sich mit Live Wisdom zusammengetan, um eine historisch exakte, KI-gestützte Instanz zu erschaffen.
Der ethische Kodex: Angelehnt an die drei Fotografie-Regeln von Kanu Gandhi aus den 1930ern (*kein Posing, kein Blitzlicht, kein Geld*) arbeitet das Projekt nach klaren Prinzipien:
*Kein Posing:* Die Figur wird nicht an moderne Sehgewohnheiten angepasst.
*Kein Blitzlicht:* Keine moralische Verklärung oder Anpassung an den heutigen Zeitgeist.
*Kein Geld:* Uneigennützige Verpflichtung gegenüber dem historischen Erbe.
Historische Authentizität statt KI-Halluzination: Das System antwortet ausschließlich auf Gandhis tatsächliche Schriften und Reden. Es weicht auch schmerzhaften Kontroversen nicht aus – wie etwa seinen radikalen Äußerungen zum gewaltfreien Widerstand deutscher Juden 1938 oder der schwierigen Beziehung zu seinem Sohn Harilal.
Zugang & Vision: Über die Plattform „mahatmagandhi.live`“ können Menschen weltweit in fast jeder Sprache in den Dialog treten. Das Ziel ist nicht bloße Bewunderung, sondern die Schärfung der eigenen Urteilskraft im kontroversen Diskurs.
https://livewisdom.com/thinker/mahatma-gandhi
Konferenz „Neutralitätspolitik für Soziales, Wirtschaft, Umwelt und Frieden“, 16. Oktober 2026 in der VHS Meidling. Genaueres findet ihr auf der Website von www.abfang.org. https://abfang.org/termine/
„FRA GUERRA E PACE“
Ich lese noch einen Text vom Newsletter vom Pippo Pollina zu seiner Herbsttour „FRA GUERRA E PACE“ „Zwischen Krieg und Frieden“. Feat. Roberto Petroli (Sax-Clarinet), Elisa Sandrini (Piano-Vocal), Gionata Colaprisca (Percussion), Cecile Grüebler (Cello-Vocal). Alle Termine und Informationen zu seiner Europa-Tour findet Ihr auf seiner Website https://www.pippopollina.com/de/tour/.
Musik bringe ich von Pippo Pollina aus seiner neuesten CD „FRA GUERRA E PACE“ und lese die Informationen aus seinem Newsletter über seine aktuelle musikalische Herbsttour in Europa unter dem Titel „FRA GUERRA E PACE“ zwischen Krieg und Frieden. (siehe www.pippopollina.com) Ich spiele „La notte dei cristalli“, „Free Palestina“ und „Lava la pioggia“.
Am 12. September 2026 spielte Sibylle Kefer in der alten Kurdirektion Bad Ischl ein Konzert im Trio. Sie sang, spielte Gitarre, Piano und Querflöte, mit Sarah Brait (E-Bass) und Chris Pruckner (Schlagzeug). Am Ende des Konzerts schenkte Sibylle Kefer für meine Sendung ihr 7. Studioalbum „ma wü vü“, woraus ich heute Auszüge aus folgenden Stücken spiele. „ma wü vü“, „des irre on dir bist du“ und „maridipolka“.






