Österreichische Polizei auf Bürgerkrieg ausgerichtet

Podcast
VON UNTEN – Das Nachrichtenmagazin auf Radio Helsinki
  • Die Polizei ist nur auf Bürgerkrieg ausgerichtet sagt Soziologe
    02:50
audio
30:00 min.
Camaradas: Österreicher:innen im Kampf gegen den Spanischen Faschismus | Freier Journalismus unter Druck
audio
30:00 min.
ORF ohne Einfluss der Politik | Taliban-Herrschaft in Afghanistan
audio
30:00 min.
Premiere: NEUROBUNT Festival | Enteignungen mit Hilfe der Beneš-Dekrete in der Slowakei
audio
28:08 min.
ME/CFS*: Wenn eine schwere Erkrankung unsichtbar gemacht wird | Kritik an klimaschädlichen Förderungen
audio
30:00 min.
„Migräne ist nicht nur Kopfweh“ | Antifa-Ost-Prozess: Kronzeuge belastet ehemalige Gefährt:innen
audio
30:00 min.
5 Jahre Haft für Flüchtlingshelfer? – Der Fall Daniel Kollnig | PMS und PMDS – Unsichtbare Belastung im Alltag
audio
30:00 min.
ORF Abgabe: Kulturelle Katastrophe in der Steiermark | Raiffeisenbank als Kriegsprofiteur
audio
30:00 min.
Wahlen in Ungarn | Nachrichten aus Nord-Ost Syrien
audio
30:00 min.
Protest gegen ICE in Graz | Mercosur Abkommen ohne parlamentarische Zustimmung umgesetzt
audio
26:44 min.
Nichtstun am Grazer Hauptplatz | Die iranische Diaspora und der Krieg

(Das Interview findet sich hier: (http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/632121_Bereit-fuer-den-Buergerkrieg.html)

Meldung – Script:

Die österreichische Polizei kennt nur ein Szenario bei Protesten – den Bürgerkrieg. Das meint zumindest der Wiener Soziologe Reinhard Kreissl in einem Interview mit der Wiener Zeitung. In anderen Ländern Europas habe die Polizei so etwas wie eine De-eskaltionsstrategie, das bedeutet dass das Aufschaukeln von Konflikten vermieden werden soll. Als Beispiel für diese De-Eskalationsstrategie nennt Kreissl die jährlichen Proteste am 1. Mai in Berlin, wo die Polizei wesentlich zurückhaltender sei und damit auch Erfolg habe.
Die österreichische Polizei kenne dagegen nur das Bürgerkriegsszenario:

ZITAT “Wenn es zur Sache geht, kann die Polizei mit gepanzerten Autos durch die Straßen fahren und die Innenstadt großräumig absperren. Im Waffenbereich ist das verfügbare Repertoire deutlich bürgerkriegsaffin geworden, wie das Experimentieren mit sogenannten nicht-tödlichen Waffen wie Teasern, Wasserwerfern und Gummigeschossen gezeigt hat.” ZITAT ENDE

Ein Grund für das bürgerkriegsaffine Verhalten der österreichischen Polizei sei die schlechte Ausbildung so der Soziologe Reinhard Kreissl. Die Polizei würde kaum geschult in Dingen wie Vermittlung und deeskalierendem Verhalten. Reinhard Kreissl sagt über die Wiener Polizei folgendes:

ZITAT “Sie müssen auch schauen, wer in Wien auf der Straße steht. Da sind 25-jährige frischgefangene Polizisten, die acht Stunden mit ihrer schweren Ausrüstung in überhitzten oder zu kalten VW-Bussen sitzen und dann auf die Menge losgelassen werden.” ZITAT ENDE

Seit den Protesten gegen den Akademikerball Ende Jänner wird das Verhalten der Polizei immer wieder stark kritisiert. Verschiedenste Gruppen forden den Rücktritt des Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl. Unter anderem aufgrund Aussagen wie dieser:

ZITAT “Die Frage ist, ob man diesen Gewalttaten entschiedener entgegentreten hätte müssen, ob man nicht, anstatt zu versuchen zu deeskalieren, bereits mit Waffengebrauch entgegentreten hätte müssen”, ZITAT ENDE

das hat Polizeipräsident Gerhard Pürstl in einem Interview mit dem Standard nach den Akademikerballprotesten gesagt. Und das obwohl die Polizei beim Akademikerball Waffen wie Pfefferspray massiv eingesetzt hat. Genauso wie vergangenen Samstag bei einer Demonstration gegen Rechte. Der Soziologe Reinhard Kreissl meint, in Österreich würde es nur zu keiner gröberen Eskalation kommen, weil die Proteste im Europäischen Kontext vergleichsweise ruhig seien. Er meint im Interview mit der Wiener Zeitung:

ZITAT “Ich glaube nicht, dass in Österreich Polizisten Befehle verweigern würden, wenn es zu einem harten Einsatz käme.” ZITAT ENDE

Lascia un commento