Akteneinsicht

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Der Soziologe Meinrad Ziegler spricht über den politischen Widerstand der Sozialforscherin Marie Jahoda und über den Gegenwartsbezug im Kontext von Neuem Konservatismus und Illiberaler Demokratie. Für die AK OÖ ist der Arbeitsklima-Index ein zentrales Instrument: FROzine bringt Auszüge aus der gestrigen Pressekonferenz zum Thema Teuerung und Inflation on Air.

 

Die Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907–2001) saß 1936/37 neun Monate in Haft. Ihr Verbrechen war, als Revolutionäre Sozialistin die Diktatur des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes bekämpft zu haben. Bei den Verhören und vor Gericht hielt sich Jahoda strikt an eine Regel der konspirativen Untergrundarbeit. Der 4. Band „Akteneinsicht“ der Jahoda Edition, erschienen im Innsbrucker Studienverlag, behandelt vor allem das politisch-aktivistische Leben und Überleben von Marie Jahoda in Zeiten des Faschismus. Der Soziologe und em.Prof. der JKU Linz, Meinrad Ziegler, hat dafür mit Waltraud Kannonier-Finster und Johann Bacher ein großes Konvolut an Gerichtsakten untersucht. Im Interview sprechen wir neben Jahodas mutigem Aktivismus, vor allem über die faschistische Vergangenheit Österreichs und den Gegenwartsbezugs zum Heute, wo wir vermehrt mit Begriff und Gesellschaftsordnung der Illiberalen Demokratie konfrontiert sind.

Marie-Jahoda-Forschung und die Präsentationen der Ausgaben der Jahoda-Editionen werden regelmäßig im Marie Jahoda – Otto Bauer Institut | Verein zur Förderung des Dialogs von Wissenschaft und Politik an der Linzer Landstrasse vorgestellt.

Die AutorInnen des Buches werden darüber hinaus Anfang Dezember eine weitere Forschungsarbeit von Marie Jahoda vorstellen: Arbeitslose bei der Arbeit. Jahoda hat dabei im Feld der Bergarbeiter die Arbeitslosigkeit, aber auch genossenschaftliche Arbeitsprogramme zur Abfederung dergleichen, untersucht. In Thomasroit bei Ampflwang, das ebenso eine Bergarbeitergeschichte- und Tradition aufweist, wird es anläßlich der jährlichen Barbarafeier Einblick in Arbeitslose bei der Arbeit geben – wieder gemeinsam mit der Schauspielerin Maria Hofstätter. Um 9:30 Uhr am 4. Dezember wird Maria Hofstätter gemeinsam mit dem Soziologen Meinrad Ziegler aus Arbeitslose bei der Arbeit lesen. Der Bergknappenverein lädt dazu alle ein.

 

Der Arbeisklima-Index zeigt: Die Teuerung verbraucht bei vielen Beschäftigten das Einkommen

300.000 Beschäftigte in Österreich sind trotz Arbeit armutsgefährdet. Die Teuerungen heizen dieses Problem weiter an. Immer mehr Menschen finden mit ihrem Einkommen kein Auslangen mehr. Explodierende Preise für Wohnen, Heizen, für Lebensmittel und Benzin. Für Viele bedeutet das, sich massiv einschränken zu müssen, um über die Runden zu kommen. Das zeigt die aktuelle Sonderauswertung des Arbeitsklima Index. Die steigenden Preise verunsichern fast alle Menschen, allerdings in sehr unterschiedlichem Maße. Während das reichste Prozent der Bevölkerung rund 50 Prozent des Vermögens besitzt, dieses ständig vermehrt und unversteuert weitervererbt, rutschen immer mehr Menschen in die Armut ab. Mehr als 1,5 Millionen Menschen, das sind 17 Prozent der Bevölkerung, gelten schon jetzt als armutsgefährdet. 300.000 von ihnen, obwohl sie arbeiten. 45 Prozent der Arbeitnehmer/-innen in Österreich verdienen so wenig, dass sie kaum von ihrem Einkommen leben können. Neun Prozent kommen gar nicht mit ihrem Lohn oder Gehalt aus.
AK-Präsident Andreas Stangl fordert daher treffsichere, nachhaltige und strukturell wirksame Anti-Teuerungsmaßnahmen und endlich einen fairen Beitrag von Superreichen. FROzine hat die gestrige Pressekonferenz in Wien begleitet und bringt die zentralen Aussagen von SORA-Sozialforscher Mag. Daniel Schönherr, AK-Präsident Andreas Stangl und IFES-Sozialforscher Dr. Reinhard Raml on Air.

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