Energiewende regional: Wie funktionieren Energiegemeinschaften?

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Energie nutzen, die lokal produziert wird. Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage auch gleich die Nachbarn mitversorgen. Zu fairen Preisen, unabhängig von den Schwankungen des Marktes und von gewinnorientierten Energiekonzernen. Damit auch noch einen Beitrag zur Energiewende leisten und die Region stärken. So zusammengefasst die Vorteile von Energiegemeinschaften. Dabei schließen sich mindestens zwei Partner*innen zusammen, um gemeinschaftlich und über die eigenen Grundstücksgrenzen hinweg Strom zu produzieren und zu teilen. Der Strompreis wird unter den Teilnehmenden selbst ausverhandelt.

Grundlage für Energiegemeinschaften ist das Bundesgesetz über den Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – EAG).

Wie funktionieren Energiegemeinschaften in der Praxis? Was muss man bei der Gründung beachten? Wo finde ich die richtigen Informationen?

Fragen, auf die Gerhard Baumgartner im Gespräch mit Marina Wetzlmaier eingeht. Er ist Obmann der Energie Genossenschaft Traun-Ager-Alm, die im Mai 2023 gegründet worden ist – die erste Energiegenossenschaft in der Region Wels-Land. Zusammengeschlossen haben sich dafür Bürger*innen sowie Vertreter*innen aus Landwirtschaftsbetrieben, Firmen und neun Gemeinden (Eberstalzell, Steinerkirchen an der Traun, Fischlham, Edt bei Lambach, Stadl-Paura, Lambach, Offenhausen, Bachmanning, Neukirchen bei Lambach).

„Wir leisten sozusagen Pionierarbeit“, erzählt Baumgartner.

Die Gründung von Energiegemeinschaften ist durchaus mit einem bürokratischen Aufwand verbunden. Erfahrungswerte, auf die man zurückgreifen könnte, gibt es kaum.

Die erneuerbare Energie der „Energie Genossenschaft Traun-Ager-Alm“ wird aus bestehenden Photovoltaik-Anlagen gewonnen. Ziel ist es mit Bürger*innen-Beteiligung in weitere Anlagen zu investieren und auch Betreiber*innen von Kleinwasserkraftwerken einzubinden. Derzeit befindet sich das Projekt noch im Testbetrieb. Losgehen soll es dann im Oktober 2023. Mitglieder der Energiegenossenschaft sollen dann zwischen 30 und 80 Prozent ihres Strombedarfs aus der regionalen, ökologischen Produktion erhalten. Als Absicherung behält man den bisherigen Stromlieferanten bei. Der Strompreis ist für die Mitglieder insgesamt niedriger als der Marktpreis.

Laut Baumgartner bringt die Energiegenossenschaft Menschen zusammen, die ein gemeinsames Interesse an einer ökologischen Energiegewinnung haben. Mit dem Ziel einen regionalen Beitrag für die Energiewende und gegen die Klimakrise zu leisten.

Weiterführende Informationen für Interessierte gibt es bei der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften: https://energiegemeinschaften.gv.at/

und auch der Vorstand der „Energie Genossenschaft Traun-Ager-Alm“ steht für Fragen zur Verfügung: https://www.egtaa.at/ 

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