Kulturhauptstadt Chemnitz 2025: Jan Kummer über die Anarchie nach der Wende, ungesehene Potentiale und den Umgang mit Rechtsradikalismus

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Letztes Wochenende wurde das Jahr der Kulturhauptstadt Chemnitz mit großem Programm in der ganzen Stadt feierlich eröffnet – zehntausende Menschen waren auf den Straßen unterwegs. Die Auszeichnung als Kulturhauptstadt für Chemnitz setzt hohe Erwartungen: Als wohlhabende Industriestadt zählte Chemnitz vor dem 2. Weltkrieg zu einer der reichsten Städte Deutschlands und erfuhr nach Kriegsende mehrere Brüche und Transformationen. Erst musste sich die Stadt von den massiven Kriegsschäden erholen – 80% von waren zerstört ­- dann folgte nach der Wende die Deindustrialisierung und mit ihr gingen 50.000 Menschen. Seitdem wird Chemnitz schnell mit leeren Straßen, verlassener Industriearchitektur, sozialistischem Plattenbau assoziiert – und spätestens durch die rechtsradikalen Pogrome 2018 auf ostdeutsche Stigmata reduziert.

Das Chemnitz hinter diesen Verkürzungen zu erkennen – „See the Unseen“ – darum geht es beim Kulturhauptstadtjahr in Chemnitz. Und vor allem geht es darum, die einstige Musterstadt der Ostmoderne (wieder) zu entdecken und ihre Potentiale zu beleben. Um diese gerne übersehenen Potentiale von Chemnitz weiß auch Jan Kummer – er ist Bildender Künstler und Musiker, war früheres Mitglied der Avantgarde Musikgruppe AG Geige und ist heute Mitbetreiber des Chemnitzer Club- und Kulturorts Atomino. Wir haben ihm am Rande der Kulturhauptstadt-Eröffnung getroffen und mit ihm darüber gesprochen, wie er die Stadt nach den 90ern erlebte, warum die Auszeichnung für Chemnitz und die Region so wichtig ist und wie das zementierte Klischee der „Nazistadt“ das Leben dahinter verdeckt.

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Kulturhauptstadt Chemnitz 2025: Jan Kummer über die Anarchie nach der Wende, ungesehene Potentiale und den Umgang mit Rechtsradikalismus
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