Armutskonferenz: Vergessene und verschwiegene Probleme in der Sozialhilfe

Podcast
FROzine
  • PK-mental-health-day-fertig
    23:14
audio
50:35 Min.
2.Streik der Ordensspitäler und Frauenstreik Linz
audio
50:02 Min.
Selecting Memories: Auswahl der Erinnerungen
mediamissing
Selecting Memories: Auswahl der Erinnerungen
audio
59:30 Min.
Feministischer Kampftag und Frauenbüro Linz
audio
50:00 Min.
Weltempfänger: Uganda - Kampf um Demokratie
audio
52:03 Min.
PK "Unsere Kinder brauchen uns jetzt" und Ankündigung zum 8. März
image
PK "Unsere Kinder brauchen uns jetzt" und Ankündigung zum 8. März
audio
21:59 Min.
Der feministische Kampftag 2026 in Linz
audio
49:34 Min.
Demonstration wegen Klimacamp-Räumung im Bergschlösslpark
audio
50:00 Min.
Im Spiegel der Geschichte – Zeitzeugengespräch mit Hans Klinger

Am 10. Oktober 2025, dem internationalen Mental Health Day, lud die Armutskonferenz zu einer Pressekonferenz im Café Landtmann in Wien ein.

Im Fokus stehen Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung, die Sozialhilfe beziehen. Sie haben mit vielen Hürden und Benachteiligungen zu kämpfen, denn obwohl sie etwa 20% der Sozialhilfe-Beziehenden ausmachen, kommen sie in der öffentlichen und politischen Debatte kaum vor.

Laut Armutskonferenz werde Menschen mit Behinderungen und Personen mit psychischen Erkrankungen durch das österreichische Sozialsystem ein selbstbestimmtes Leben verweigert. Soforthilfe funktioniert nicht, Wohnkosten sind nicht tragbar, behördliche Entscheidungsfristen sind zu lange und es wird keine Überbrückungshilfe geboten. Betroffene können gezwungen werden, ihre Eltern auf Unterhalt zu klagen. Erwachsene bleiben so ein Leben lang von ihrer Familie abhängig. Behördliche Kontrollen und verlangte Bescheide und Nachweise setzen Betroffene unter Druck. Es entsteht ein hoher Verwaltungsaufwand, der für viele nicht tragbar ist und die Abhängigkeit von einer Erwachsenenvertretung erhöht.

Neue Landesgesetze drohen, die Situation zu verschlimmern. Bei nicht näher definierten „Pflichtverstößen“ kann es zu Kürzungen oder gar einer Streichung der Sozialhilfe kommen.

Vertretungsvereine, wie VertretungsNetz und Lichterkette, protestieren und verlangen eine Verbesserung der Situation.
Gefordert wird unter anderem:

  • effektive Soforthilfe und Überbrückungshilfen
  • barrierefreie Antragsstellung mit digitalen und analogen Möglichkeiten und Bescheide in einfacher Sprache
  • Verkürzung der Entscheidungsfrist von drei Monaten auf ein Monat
  • Begrenzung der Unterhaltspflicht der Eltern mit dem 25. Lebensjahr des Kindes
  • keine Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Sozialhilfeleistung
  • dauerhafte Bescheide

 

Der Erwachsenenschutzverein VertretungsNetz und die Interessensvertretung für Menschen mit psychischer Erkrankung Lichterkette repräsentierte auf der Pressekonferenz die Anliegen der betroffenen Personen.
Zu hören sind:

  • Martin Schenk – Die Armutskonferenz: Sozialexperte & Psychologe
  • Gerlinde Heim – VertretungsNetz: Geschäftsführerin
  • Norbert Krammer – VertretungsNetz: Bereichsleiter Erwachsenenvertretung & Experte für Armutsfragen
  • Brigitte Heller – Lichterkette: Vorsitzende

 

Weitere Informationen zum Thema Sozialhilfe gibt es unter www.armutskonferenz.at.

 

Header-Bild: Sarah Tiefenbacher, auf der Pressekonferenz aufgenommen

Schreibe einen Kommentar