WiseUp Radio – Von Alsterdorf nach Steinhof. Im Gespräch mit dem deutschen Psychologen und Medizinethiker Michael Wunder

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Wiseup Radio – pop discourses and music ventures
  • Wiseup Radio @ Radio Orange020126 - Von Alsterdorf nach Steinhof
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1 saat 55:00 dk.
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59:37 dk.
WiseUp 02/2020 Berthold Seliger - Konzerne in der Musikbranche

Meine Motivation mich mit der ehemaligen Wiener psychatrischen Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke „Am Steinhof“, welche auch die sogenannte Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund umfasste, heute euphemistisch Otto Wagner Areal genannt, zu beschäftigen wurde vor einem halben Jahr entfacht, als ich zufällig in einem Schallplatten und Altwaren Laden in Hamburg ein Buch entdeckte mit dem Titel „Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr. Die Alsterdorfer Anstalten im Nationalsozialismus“. Verfasst und Herausgegeben wurde es von Ingrid Genkel, Harald Jenner und Michael Wunder. Beim Überfliegen des Inhalts blieb mein Blick auf einem Kapitel von Michael Wunder haften. Es hatte den Titel „Der Exodus von 1943″ – und ein Unterkapitel „der Transport nach Wien“. Da mich die NS-Zeit nach wie vor beschäftigt war dies der Anfang einer weiteren Phase intensiver Beschäftigung mit dem Thema. Und wie so oft, je mehr man erfährt umso mehr neue Fragen ergeben sich. Als in Wien lebende Hamburgerin lässt mich das Thema nicht mehr los.

Deshalb ist dies der Auftakt zu einer neuen Schwerpunktserie, die unregelmäßig-regelmäßig in 2026 via Radio Orange stattfinden wird.

In diesem ersten Teil spreche ich mit dem deutschen Psychologen, Psychotherapeut und Medizinethiker Michael Wunder. Er war Mitglied in der Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin des Deutschen Bundestages und des Deutschen Ethikrats. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse. Seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1991 an der Universität Bremen mit einer Arbeit zum Thema Euthanasie in den letzten Kriegsjahren des Nationalsozialismus.

Dass einige der vielen NS-Euthansie Opfer von Steinhof/ Spiegelgrund, die dort ermordet wurden und an denen medizinische Experimente durchgeführt wurden, überhaupt namentlich bekannt sind und ab 2002 bestattet wurden verdanken wir vor allem dem Engagement einiger weniger WienerInnen und HamburgerInnen, vor allem dem unermüdlichen Elan der Hamburgerin Antje Kosemund, deren Schwester Irma zu den Opfern gehörte. Ihr Name ist für die meisten WienerInnen unbekannt geblieben ist. Diese Sendung soll dazu beitragen, dass auch ihr Name nicht vergessen und in der Zukunft erinnert wird.

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