Der Theaterautomat am Landestheater Linz

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Der… what?
Der Theaterautomat ist eine interaktive Installation im Foyer der Kammerspiele, die zum Mitmachen und selbst kreativ werden animiert. Ein KI-gestütztes Programm erstellt Theaterfiguren und -hintergründe in Echtzeit. Dabei werden die Bewegungen der User getrackt und auf die Figur übertragen.

Die multimediale Installation steht einem Publikum ab 13 Jahren im Foyer zur Verfügung, um interaktiv und auf ganz neue Art in den Theaterkosmos einzutauchen. Die Besucher:innen entdecken zuerst Ebene 1 der Installation – hier lässt sich aus 10 Theaterfiguren aus 10 Epochen und entsprechenden Szenarien auswählen. So kann die Figur Antigone vor einem ihrer Epoche entsprechenden antiken Tempel erscheinen, oder aber z. B. im postmodernen Bühnenambiente in Szene gesetzt werden. Die postmoderne Figur X wird in das Fantasy-Szenario von Alice im Wunderland verfrachtet. Oder Truffaldino ins Renaissance-Ambiente? Die Varianten sind mannigfach und die Parameter der einzelnen Figuren und Settings affizieren sich gegenseitig, was natürlich erst einmal ein großer Spaß ist. Aber dann ist es auch mehr – die Nutzer:innen lernen auf den Punkt gebracht Dinge über Theaterepochen und darüber, wie wandelbar Stücke und Figuren je nach den umgebenden Parametern sein können. Ein „Vermittlungsautomat“ ist es also irgendwie auch noch. Und es ist ein Technik-Hochleistungssport: Im Hintergrund betreibt ein blitzschneller Rechner eine lokal agierende nicht ans Netz angebundene Künstliche Intelligenz. Innerhalb einer durch Prompts und Programmierungseingriffe gesetzten Range von Varianten, berechnet sie in Echtzeit dynamische Szenenbilder aus den Bewegungen der davor agierenden Person.

Der Theaterautomat steht im Foyer der Kammerspiele und kann während der Öffnungszeiten jederzeit ausprobiert werden.

 

Schauspieldirektor David Bösch widmet sich in dieser Saison Woyzeck, diesem so bedeutenden Werk der deutschen Dramenliteratur und zeigt es als ein von Versehrten und verlorenen Seelen bevölkertes Endzeitszenario. Bei seinem frühen Tod 1837 hinterließ Georg Büchner Woyzeck als Fragment, offen für Aneignungen. An dessen Ende setzte der deutsche Dramatiker den Mord an einer Frau, lange bevor der Begriff Femizid für diese Art von Verbrechen geprägt wurde. Es gibt zum Woyzeck eine Ausstellung im Foyer – mit dem Titel Erbsenzählen in Kooperation mit der Kunstuni. Nächste Woche bringen wir Ausschnitte und Einblicke in Woyzeck / Marie. Nun am Ende der Sendung eine Vorschau, in das zweigeteilte Stück Woyzeck / Marie, von Regisseur David Bösch und Dramaturgin Wiebke Melle.

Woyzeck / Marie ist bis 21. Mai im Schauspielhaus zu sehen.

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