Problembereiche in Altbauten
Die Ursachen für diesen schleichenden Verfall liegen meist in einer Kombination aus historischer Bauweise und modernen Feuchtigkeitseinträgen. In Wiener Altbauten sind es oft die Tramauflager – die Stellen, an denen Holzbalken in das Mauerwerk ragen –, die durch undichte Badezimmerfugen, defekte Bleileitungen oder Kondensatbildung an ehemals kalten Wasserstellen wie den typischen Bassenas durchfeuchten. Auch unversorgte Kriegsschäden oder mangelhafte Dachabdichtungen führen dazu, dass Wasser in die Hohlräume von Tramdecken sickert und dort ideale Lebensbedingungen für Pilzsporen schafft.
Die fachgerechte Sanierung beginnt daher zwingend mit der Lokalisierung und dauerhaften Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle, da Pilze ohne Wasser keine Lebensgrundlage haben. Ein rein oberflächlicher Schutz oder chemische Behandlungen allein reichen bei aktivem Befall nicht aus; geschädigtes Holz muss großzügig und präzise entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der modernen Baupraxis zeigt sich zudem, dass vermeintliche Schutzmaßnahmen der Vergangenheit, wie etwa hölzerne Tramkästchen im Mauerwerk, das Schadensrisiko oft sogar erhöhen, da sie die notwendige Belüftung des Holzes unterbinden.
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