Außenliegender Licht- und Sonnenschutz

Podcast
Simple Smart Buildings
  • 203_Historisches_Raumklima_04
    22:44
audio
27:47 Min.
Entfeuchtungsmechanismen in Gebäuden
audio
27:32 Min.
Historische Heizkonzepte
audio
24:08 Min.
Historisches Raumklima 
audio
25:48 Min.
Pilzschutzstrategien
audio
27:00 Min.
Unzugängliche Holzteile
audio
22:30 Min.
Pilzsanierung am Bauteil
audio
26:29 Min.
Biologie der Holzpilze
audio
15:00 Min.
Chemischer Holzschutz
audio
16:00 Min.
Schädlingsbekämpfung in Wohnräumen

Alfons Huber analysierte die Heizenergieverbräuche in der Neuen Burg über mehrere Jahrgänge und identifizierte gravierende Unterschiede bis zum Faktor dreißig pro Quadratmeter zwischen Raumgruppen gleicher Nutzung. Diese Erkenntnisse übertrug er auf seine Genossenschaftswohnung. Dort ersetzte er konvektionsdominante Radiatoren durch strahlungsstärkere Modelle, entwickelte und patentierte einen Eckheizkörper zur gezielten Temperierung kalter Außenecken und integrierte den Heizungsvorlauf so, dass die Badewanne als zusätzlicher Flächenheizkörper wirkte. Parallel führte er über Jahre systematische Versuchsreihen mit unterschiedlichen Außenlichtschutzsystemen durch, bei denen Temperaturprofile in Fenstern präzise gemessen und verglichen wurden.

Die daraus entwickelte Kombination aus äußerer Glasscheibe, Lichtschutzfolie und Streckmetallblech mit 33 Prozent offener Fläche erreichte einen Gesamtenergiedurchlassgrad von nur 0,28. Dadurch konnte sommerliche Überhitzung selbst bei Südost- und Südwestorientierung wirksam verhindert werden. Für Oberlichtdächer und verglaste Konstruktionen wie die Orangerie im Burggarten empfahl Huber eine Beschattungsebene möglichst nahe der Außenhaut, kombiniert mit nächtlicher Lüftung über massive Erdspeicher und Ziegelwände. Diese Maßnahmen führten in der eigenen Wohnung zu einer Reduktion des Gasverbrauchs um 21 bis 25 Prozent und zeigen, dass empirisch fundierte, passive Lösungen Klimatechnik in vielen Fällen überlegen sind.

Quellen:

Frederic Boody, Henning Großeschmidt, Wolfgang Kippes, Michael Kotterer (Hrsg.), Klima in Museen und historischen Gebäuden. Die Temperierung. EU-1383

Nähere [Informationen zur Temperierung](https://www.idam.at/bauphysik/bauteilheizung/).

PREVENT, Wissenschaftliche Reihe Schloss Schönbrunn,Wien 2004.

Alfons Huber, „Fenster im Kunsthistorischen Museum“. In: Technologische Studien des Kunsthistorischen Museums, Wien 2007, S. 154-189

Alfons Huber, Kontrollierter Luftwechsel – der Schlüssel für ein nachhaltiges Klimamanagement“, in: Technologische Studien des Kunsthistorischen Museums Bd. 6, Wien 2009, S. 10-45

Alfons Huber, Ökosystem Museum, Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften an der Akademie der bildenden KünsteWien, 2011

Alfons Huber, „Warme Wände“ oder „warme Luft“? Systemimmanente Tendenzen im Raumklimaverhalten bei unterschiedlichen Heizsystemen in Abhängigkeit vom Nutzerverhalten – ein Praxisvergleich.“ In: Die Temperierung. Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Nr. 8, München 2014, S. 61-74

Alfons Huber (mit Jochen Käferhaus und Roland Frey), Thermische Sanierung im Altbau-Bestand – Annäherung an eine objektive Evaluierung. S. 1-33, Wien 2014

Dokumente

203_Alfons_Huber_hist_Raumklima_TranS_T4, PDF, 94.8 kB Download

Schreibe einen Kommentar