William Shakespeare und die Dire Straits

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„Romeo and Juliet“ von den Dire Straits, ein absoluter Klassiker. Erschienen ist der Song 1980 erstmals auf dem Album „Making Movies“, später dann aber auch auf den Live Alben “Alchemy“ und „On the night“ und auf den greatest hits Alben der Band – kein Wunder. Der Literaturbezug ist nicht zu übersehen – Romeo und Julia von William Shakespeare wird hier zitiert, DAS Werk in der Geschichte, das unerfüllte Liebe beschreibt. Mark Knopfler schrieb den Song aber auch in Bezug auf eine eigene gescheiterte Love Story, nämlich seine Beziehung zur amerikanischen Sängerin Holly Beth Vincent.

Während es also in Knopflers „Romeo and Juliet“ um zwei junge Menschen geht, die gemeinsam einer schwierigen Lebenssituation entfliehen und daran scheitern, dass sie sich unterschiedlich entwickeln, erzählt uns Shakespeares „Romeo and Juliet“ die tragische Liebesgeschichte, die bereits zu Beginn scheitert, und das, wenn man es genau nimmt, aufgrund eines Missverständnisses.

Verbunden werden die beiden Werke durch ein Klassenthema. Knopflers Romeo and Juliet schaffen es, ihre schwierigen Verhältnisse zu verlassen und scheitern dann an Juliets Erfolg. Shakespeares Romeo und Julia hingegen entstammen verfeindeten Familien, die ihnen untersagen, zusammen zu sein. Wusstet Ihr übrigens, dass jährlich tausende Briefe an „Julia“ geschrieben werden? Es genügt, als Adresse „Julia, Verona, Italien“ anzugeben.

Jetzt aber noch einmal zurück zu Shakespeare. In seinem Stück leben Rome und Julia in Verona, und dort gibt es sogar eine Adresse: In der Via Cappello kann man den berühmen Balkon bewundern, auf dem Julia nachts auf Romeo gewartet hat und seit 1972 gibt es auch eine Julia Statue dort. Und seit Beginn der 1970er Jahre gibt es den Club di Giulietta, in dem sich über 20 Freiwillige einer Sache widmen: All die Briefe, die Menschen aus aller Welt an Julia schreiben, zu beantworten. 5.000 Briefe erreichen den Club jährlich per Post, über 2.000 E-Mails kommen noch dazu, Tendenz steigend. In den Schreiben an Julia fragen Menschen um Rat, erzählen von unglücklicher Liebe – oder von glücklicher. Alle Briefe werden beantwortet.

Ich habe Euch mehr zu dieser Geschichte in den Shownotes verlinkt, für alle, die sich diesem Zauber widmen wollen. Jetzt aber, ausnahmsweise, noch mehr von den Dire Straits. Einfach, weil sie so verdammt gut sind.

In meiner letzten Sendung habe ich Euch von meiner anstehenden Reise zu den Bücherdörfern erzählt und heute berichte ich direkt von dort. Die Idee der Bücherdörfer entstand in den 1960er Jahren in Großbritannien.

Ausgangspunkt war das kleine walisische Dorf Hay-on-Wye. Dort begründetet der Antiquar Richard Booth 1963 die Bewegung der „Book Towns“. Seine Idee war, leerstehende Häuser mit Büchern füllen und daraus eine Attraktion machen, sprich, leestehende Häuser zum Beispiel zu Buchhandlungen und Antiquariaten zu machen. Seine Vision: Literatur als Motor für die Wiederbelebung strukturschwacher Regionen

Das Konzept verbreitete sich:

  • erstes kontinentaleuropäisches Bücherdorf:
    Redu (Belgien, 1984)
  • erstes französisches Bücherdorf:
    Bécherel (1987)

Die Grundidee war geboren: Ein Dorf wird durch Bücher, Buchhandel und buchbezogenes Handwerk kulturell und wirtschaftlich neu belebt.

Seit 2001 gibt es die International Organisation of Book Towns (IOBT) mit Sitz in Hay-on-Wye, Mitglieder sind offizielle „Book Towns“ weltweit. Und hier wird es tricky: Es gibt keine klaren Kriterien, ab wann man sich „Book Town“ nennen darf. Viele Städte und Dörfer, die sich der Literatur verschrieben haben, sind zum Beispiel nicht in der Organisation Mitglied und manche Länder haben eigene Organisationen, Frankreich zum Beispiel die Fédération des Villes, Cités et Villages du Livre, die seit 2012 besteht.

Themen wie diese finde ich unglaublich spannend und so habe ich mich aufgemacht, die Bücherdörfer zu besuchen und mehr darüber herauszufinden. An sich hätte es Frankreich werden sollen, doch wie so oft hat der Reisegott oder die Reisegöttin anders entschieden und ich bin in Bella Italia gestrandet. Mehr dazu in meiner Sendung!

 
Musik
Dire Straits: Romeo and Juliet

Dire Straits: Brothers in arms

Dire Straits: The man’s too strong

Loreena McKennit: Highwayman

Blondie: Bette Davis Eyes

Liquido: Narcotic

Bad Company: Wild fire woman

 
Buchtipps
Jojo Moyes: Wie ein Leuchten in dunkler Nacht

Karina Urbach: Das Buch Alice – Wie die Nazis das Kochbuch meiner Großmutter raubten

Tom Hillenbrand: Verhängnisvoller Champagner

 
Links
https://www.derstandard.at/story/2000029996738/adressejulia-verona-italia

https://www.weg.de/inspiration/reisetipps/verona-briefe-an-julia-club-di-giulietta

https://internationalbooktowns.org/#

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