Bauen im Bestand: Das Landesamtsgebäude in der Michael-Pacher-Straße

Podcast
Die Stadt im Blick – die Sendung über Baukultur und Stadtplanung
  • 2026-08_Die Stadt im Blick_Landesamtsgebäude
    62:34
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In dieser Sendung geht es um ein Bauwerk, das zwar noch in seiner ursprünglichen Funktion genutzt wird, bald aber leer stehen wird. Nun wird die Frage der Öffentlichkeit immer lauter. Was geschieht mit diesem Gebäude aus den 70er Jahren? Denn es ist ein Gebäude der öffentlichen Hand, ein Gebäude, das im Besitz der Landesregierung steht. Die Rede ist vom Landesamtsgebäude in der Michael-Pacher-Straße 36 in Salzburg. Die Initiative #Michipachererhalten setzt sich für den Erhalt des Gebäudes ein und hat Umbau- und neue Nutzungsvarianten als Wohnbau geprüft.
Das Landesamtsgebäude und auch das in der Nähe befindliche Landesarchiv wurden von der Architektengruppe Fritz Kohlbacher, Hermann Liebl und Rudolf Scheiber mit der ARGE Laimer-Salpius errichtet. Die Gruppe hatte 1966 den Architekturwettbewerb für sich entschieden. 1970 wurden beiden Gebäude im Rahmen eines Festaktes feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Kohlbacher, Liebl und Scheiber waren damals eine vielbeschäftigte Architektengemeinschaft. Sie haben zahlreiche große Wohnanlagen in Salzburg geplant. Das Landesamtsgebäude wird als einer ihrer schlüssigsten und besten Gebäude bezeichnet, von der Standortwahl bis zu den Details.
Von oben sieht das Gebäude wie ein Propeller oder Windrad aus, dessen vier Arme um das zentrale Foyer gruppiert sind. Ein Arm ist länger ausgeführt. Diese raumgreifende Form verzahnt das Gebäude mit dem umliegenden Grünraum und ermöglicht es, in alle Himmelsrichtungen zu schauen.
Der außen sachliche Bau erschließt seine Schönheit vor allem im Inneren. Die zentrale, über alle Geschoße geführte Halle mit Oberlicht besticht durch ihre skulpturale Treppenanlage, die in offene Galerien rund um die Halle übergeht. Am Boden der Halle befindet sich auch ein bemerkenswertes Kunstwerk: Die Marmorintarsien von Veva Tončić, Salzburger Bildhauerin und Künstlerin, nehmen Bezug zur Konstruktion des Deckenspiegels des Oberlichts. Zusammen mit dem ebenfalls abstrakten Betonrelief des bekannten Salzburger Bildhauers Hans Müller auf dem westseitigen Parkplatz, dürften diese beiden Kunstwerke die ersten dezidiert abstrakten Kunstwerke in einem Gebäude der Salzburger Landesregierung sein.

👉 Zu Gast im Studio der Radiofabrik: Thomas Forsthuber, Tragwerksplaner und Jana Scheithauer, Architektin – beide Mitglieder der Initiative #Michipachererhalten

👉 Es gibt auch eine Petition, die man unterschreiben kann, um sich für den Erhalt des Gebäudes einzusetzen.

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