Auf dem Beitragsbild ist der Gedenkort für die Opfer der NS-Euthanasieverbrechen vom Spiegelgrund am Wiener Zentralfriedhof zu sehen. Dass es diesen Gedenkort heute überhaupt gibt verdanken die Wiener:innen in großen Teilen auch den unermüdlichen Bemühungen der Hamburgerin Antje Kosemund, deren Schwester Irma am Spiegelgrund ermordet wurde. Kosemund ist inzwischen 96 Jahre alt und ich habe sie im Juni 2026 in Hamburg zum Gespräch getroffen.
ERINNERT EUCH UND VERGESST NIE!
Kosemund wurde 1928 in eine Hamburger Arbeiterfamilie geboren. Ihre jüngere Schwester Irma Sperling wurde zuerst 1933 in die NS-Euthanasieanstalt Alsterdorf und 1943 nach Wien deportiert. Von den Nationalsozialisten als „unwertes Leben“ klassifiziert, wurde sie 1944 als 14-Jährige in der Kinderfachabteilung Am Spiegelgrund getötet. Kosemund hat die Ermordung ihrer Schwester selbst erforscht und setzt sich seit Jahrzehnten für ein würdiges Erinnern an die Euthanasie-Opfer ein.
„Antje Kosemunds Erinnerungen sind Zeugnis eines widerständigen Lebens und ein Dokument gegen das Vergessen“ (https://nichtvergessen-film.de).
Mehr Informationen:
Buch: Sperlingskinder, Antje Kosemund 2023: https://www.galerie-der-abseitigen-kuenste.de/publikation/sperlingskinder
Film: Meine Schwester Irma, ein Opfer der “Kinder-Euthanasie”. Eine Spurensuche mit Antje Kosemund. Jürgen Kinter 2014, 52 min:
https://mpz-hamburg.de/neu/bestellen/meine-schwester-irma-ein-opfer-der-kinder-euthanasie/
Film: Wir dürfen es nicht vergessen. Thorsten Wagner, 2024, 74min:
https://nichtvergessen-film.de/
Interview: https://www.weitererzaehlen.at/interviews/antje-kosemund-1





