Expanded Play im Salzamt
Expanded Play hat eigentlich mit Animationen angefangen, über die Jahre ist immer mehr eine spielerische, interaktive Komponente dazugekommen. Mittlerweile werden Werke von internationalen Hochschüler*innen und Künstler*innen gezeigt, die man als interaktive Medienkunst bezeichnen kann.
Jeremiah Diephuis, Professor für Game Design/Media Studies an der Fachhochschule Hagenberg, ist einer der Kurator*innen der Ausstellung. Er erzählt, dass sich viele Arbeiten mit künstlicher Intelligenz beschäftigen und KI auch in den Arbeiten integriert wird. Ein besonderes Merkmal der internationalen Arbeiten ist aber, dass sie interaktiv sind. Man kann Amor spielen, indem man eine überlebensgroße Steinschleuder dazu benutzt, Pärchen mit dem Liebespfeil zu treffen. Man kann Klötzchen dazu benutzen, einer Schattengestalt den Weg freizumachen oder zu versperren. Man kann mit Acrylsteinen Klänge aus New York zusammenstellen, und Musik daraus entwerfen.
Viele der Werke haben sich mit der Frage nach Menschlichkeit beschäftigt, wie es auch das Motto des Ars Electronica Festivals, Negotiating Humanity, getan hat. Neben der Ausstellung findet auch immer zeitgleich die Expanded Conference statt. Dort disktuieren Expert*innen Themen rund um Animation und interaktive Kunst. Auch hier wird das Thema KI heiß diskutiert und welchen Platz sie in der Industrie einnehmen soll und darf.
Südkoreanisches Tanzkollektiv Jajack Movement im Deep Space
Jajack Movements Samsara of Blossom:Resonance verbindet traditionellen koreanischen Tanz mit den technologischen Möglichkeiten der Moderne. Unter der Leitung der Choreographin Kim Yumi und in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Lee Jungin, Künstlername LiLi, verwandelte sich der Deep Space im Ars Electronica Center in einen Raum, der auf die Bewegungen und den Rhythmus der Tänzer:innen reagierte und so neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten schaffte. Zuständig für die visuelle Gestaltung des Deep Space war die austro-iranische Media-Künstlerin Razieh Kooshki. Die akustische und musikalische Untermalung der Performance übernahm der ebenfalls iranische und in Linz ansässige Künstler Vahid Qaderi.
Inspiration zog die Performance aus unterschiedlichen Quellen der koreanischen Kultur, so zum Beispiel der Handglocke „Mudang“, die traditionell während schamanistischer Rituale Verwendung findet, dem Fächertanz sowie dem Motiv der Aprikosenblüte, die für Glück und Neuanfang steht. Insgesamt beschäftigt sich die Performance mit den Motiven der Vergänglichkeit und Wiedergeburt, worauf auch der Titelbegriff Samsara anspielt. Samsara – das steht im Buddhismus und Hinduismus für den ewigen Kreislauf aus Leben, Tod und Wiedergeburt.
Im Interview erklärten Kim Yumi und Lee Jungin die Hintergründe und Bedeutungsebenen der Performance und wie diese mit dem Thema „Negotiating Humanity“ zusammenhängt.
Medieninhaber
Station
Produziert
17. September 2026
Veröffentlicht
17. September 2026
Ausgestrahlt
17. September 2026, 17:30
Redakteur:innen
Aylin Yilmaz, Sophia Tietjen
Themen
Sprachen







