Heute vor drei Jahren, am 7. Oktober 2023, verübten diverse palästinensische bewaffnete Gruppen unter Führung der islamistischen Hamas einen der verheerendsten Terrorangriffe der jüngeren Geschichte. Sie durchbrachen die Grenze zum Gazastreifen und überfielen israelische Ortschaften, Kibbuzim, Militärposten und das Nova-Musikfestival. Innerhalb weniger Stunden wurden rund 1.200 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Für Israel war es der tödlichste Tag seit der Staatsgründung, für Jüdinnen und Juden der tödlichste seit der Shoah. Die Zahl der Todesopfer überstieg die des zuvor tödlichsten Terroranschlags in der Geschichte Israels um mehr als das Dreißigfache.
Hinter diesen Zahlen steht die konkrete Brutalität dieses Tages: Bewaffnete Angreifer brachen in Häuser ein, erschossen Menschen auf der Flucht und in Schutzräumen, warfen Granaten, setzten Häuser in Brand, töteten und verschleppten deren Bewohner. Ganze Familien wurden so ausgelöscht. Unter den Ermordeten und Verschleppten waren Säuglinge, Kinder und ältere Menschen, darunter auch Holocaustüberlebende. Auf dem Nova-Musikfestival wurden Hunderte junge Menschen ermordet, während sie zu fliehen versuchten. Zu den dokumentierten Verbrechen gehörten auch Folter, Verstümmelungen sowie insbesondere sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Die Täter filmten teilweise selbst ihrer Angriffe und verbreiteten die Aufnahmen von Tötungen, Misshandlungen und Verschleppungen. Verwundete und misshandelte Geiseln wurden in den Gazastreifen gebracht; einzelne öffentlich gewordene Aufnahmen aus Gazastadt zeigen, wie die palästinensische Zivilbevölkerung die Verschleppten als Jagdbeute misshandeln.
Der 7. Oktober war kein außer Kontrolle geratener Angriff, bei dem Israelische Zivilisten zufällig zwischen die Fronten gerieten: Der gezielte Mord an Zivilisten und ihre Verschleppung gehörten zum Plan des Angriffs.
Der 7. Oktober hat Israel – und weit über Israel hinaus auch die Welt – verändert. Er steht für das Massaker selbst, auch für ein beispielloses Versagen israelischer Sicherheitsstrukturen und für einen massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle weltweit.
Nun also, drei Jahre später, am 7. Oktober 26, stellt sich die Frage, wie wird der Jahrestag eigentlich in der israelischen Bevölkerung rezipiert? Wie gestaltet sich ein Gedenken an solch ein Massaker überhaupt? Darüber sprach Radio Corax Cyra. Sie promoviert derzeit in Haifa in Israel und beschreibt wie sie den Jahrestag heute, drei Jahre später, in Israel wahrnimmt.












