Der Applaus ist sicher, die Begeisterung steht schon im Programmheft. Was, wenn es gar nicht an Musik fehlt, sondern nur an der Gelegenheit, sie zu hören? Das gut erzogene Publikum lernt früh, was gross sein soll, was bedeutend ist, was „man kennen“ muss. Wir hören dieselben Werke wieder und wieder, da capo. Wiederholungen bis zum Abwinken, bis es alle verstanden haben? In DONNE gerät der ehrwürdige Konzertbetrieb ins Rutschen. Wie gross ist der gesellschaftliche Fehltritt zwischen Samtsessel und Sektglas, wenn darüber die Langeweile schwebt, weil das, was als unverzichtbar erklärt wird, letztlich nur einseitig ist? Während noch nach der hundertsten neuen Lesart des längst Bekannten gegraben wird, liegt direkt vor aller Augen ein musikalischer Kontinent, verschwenderisch, sinnlich, widerspenstig, zärtlich, gewaltig und vielfältig. Wie lange müssen Komponistinnen noch warten, entdeckt zu werden? DONNE ist ein Konzertabend über die Lust an der Fülle. Was wird der Welt noch immer vorenthalten, weil es niemand zu hören bekommt? Diese Ausgabe von Frequenz Femina macht Lust auf das andere, mit spöttischen Seitenblicken auf die Herren des Repertoires und dem köstlichen Vergnügen, dem eigenen Geschmack zu trauen.
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Выпущено
26. октября 2026
Опубликовано
03. ноября 2026
Транслировано
03. ноября 2026, 19:30
Редакторы
Barbara Schröder
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