Interview mit Thomas Diesenreiter zum sektoralen Bettelverbot in Linz

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Am Donnerstag, den 22.4.2016 war wieder mal soweit: Einmal mehr scheint es der Stadt Linz ein großes Anliegen zu sein, mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ das Image einer asozialen Stadt forcieren zu wollen, und zwar anhand eines nun beschlossenen „sektoralen Bettelverbots“, welches ab 2. Mai zu ausgewählten Zeiten in vielen Straßen und Gassen der Linzer Innenstadt umgesetzt werden soll. Die Stadt Linz hofft damit, sogenanntes „aggressives Betteln“ und angeblich damit im Zusammenhang stehende Prostitution in den Griff zu bekommen.

Grüne, KPÖ und NEOS waren gegen diesen Beschluss. Auch Thomas Diesenreiter, der Vorsitzender des Linzer Stadtkulturbeirats,  zeigt sich empört und ist nun genau aus diesem Grund zurückgetreten. Er schreibt in einer Aussendung: „Ich kann es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, mich für eine Stadt zu engagieren, die zwar davon spricht, sich kulturell und gesellschaftlich zu öffnen, aber gleichzeitig gezielt einzelne Menschengruppen ausschließt und verfolgt.“ Statt soziale Antworten auf ein soziales Problem zu suchen, werde nun mit Sicherheitskräften und Verboten eine Law&Order Politik verfolgt, die Probleme nicht löst, sondern ganz im Gegenteil nur verlagert, ist er überzeugt und bezeichnet den momentanen Kurs der Stadt als „empathielose Politik, die sich weigert, sich auch nur für einen Moment in die Position jener Menschen zu versetzen, die am Rande der Stadt im Freien schlafen und ihre Kinder in Brunnen und der Donau waschen müssen.“

Wir haben uns heute via Telefon mit ihm näher darüber unterhalten.

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