Eva Geber: Hélène – Befreiung ins Irrenhaus

Podcast
literadio – Frühjahr 2024
  • Eva Geber HELENE BEFREIUNG INS IRRENHAUS
    29:30
audio
29:46 Min.
Literadio Frühjahr 2024 - Karin Hochegger_die Gaben des Wassers
audio
29:00 Min.
Jimmy Brainless: Im Schein der Pfütze
audio
29:30 Min.
Bruno Frei: Der Strohhut
audio
29:30 Min.
Christian Futscher: Der Erbsenjongleur
audio
29:30 Min.
Yevgeniy Breyger: Frieden ohne Krieg
audio
29:30 Min.
Beate Absalon: Not giving a fuck
audio
29:30 Min.
Elena Esposito: Kommunikation mit unverständlichen Maschinen
audio
29:30 Min.
Nava Ebrahimi: Wer ich geworden wäre, wenn alles ganz anders gekommen wäre
audio
29:30 Min.
Verónica Gerber Bicecci: Leere Menge
audio
29:30 Min.
Zdenka Becker: An einem anderen Ort

„Das »Irrenhaus« als Befreiung aus bürgerlichen Verhältnissen: Ende des 19. Jahrhunderts. Die 16jährige Hélène, Tochter aus gutem Haus, wird mit einem höheren k&k-Beamten verheiratet. In der Ehe mit dem auf der Karriereleiter immer höher steigen­den Diplomaten vereinsamt Hélène und wird »gemüts­krank«. Eine Scheidung kommt nicht in Betracht. Schließlich wird das Irrenhaus für sie zum Zufluchtsort, den sie erst nach dem Tod ihres Mannes verlässt.
Eva Geber verknüpft dabei kunstvoll die auktoriale Erzählebene mit inneren Monologen ihrer Protagonistin und die Perspektive der Enkelin, die sich auf die Suche nach Spuren ihrer »hysterischen« Großmamá macht, die in Familien­erzählungen nur als furchterregendes Gespenst erscheint. So entsteht das vielschichtige Bild einer Frau um 1900, die, wie viele Frauen ihrer Zeit, in ihrem enggeschnürten Korsett erstickte..“ (Quelle: Marsyas Verlag)

Als Eva Gebers Mutter am Ende ihres Lebens im Gespräch erwähnt, dass die Großmutter Eva immer lieber hatte als den Bruder, beginnt die Autorin und Journalistin ihrer Großmutter nachzuspüren. Eine Reise, die nicht nur eine tiefunglückliche Frauenbiografie zur Zeit der beiden Weltkriege offenbart. Am Ende lassen drei Frauenleben das soziale, politische und epigenetische Erbe erkennen, das uns als Individuen, aber auch als Gesellschaft innewohnt und neben Mut und Stärke manchmal auch ungewöhnliche Schritte braucht, um daraus auszubrechen.

Eva Geber im Gespräch mit Daniela Fürst.

Das Buch ist im Marsyas Verlag erschienen.

Schreibe einen Kommentar