Der Iran, Teil 2: Das heutige System und seine politischen Ziele

Podcast
Kapitalismuskritik (Ex-Vekks)
  • Iran2
    36:13
audio
36:25 min.
Der Iran, Teil 1: Vom Schah zu den Mullahs
audio
32:15 min.
Syriens neue Machthaber – Teil 2
audio
30:12 min.
Syriens neue Machthaber: Dschihadisten oder Marionetten?
audio
30:02 min.
Das „Budgetloch“ – was ist das eigentlich?
audio
40:33 min.
Klimawandel und Energiepolitik
audio
32:06 min.
Klimawandel und Klimapolitik
audio
31:20 min.
Der Ukraine-Krieg, seine Akteure. Teil 2
audio
34:22 min.
Der Ukraine-Krieg, Teil 1: Die NATO
audio
1 hod. 02:29 min.
Georgien, Rußland und die EU

Die Außen-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik des Iran, die 2 Formen des Dschihad und die Pasdaran

 

Das Lavieren der Führung in der Atomfrage ist mehr oder weniger notgedrungen, weil jeder Verzicht würde als Zeichen der Schwäche gedeutet.
Das Atomprogramm des Iran ist also alternativlos, auch in dem seit langem bestehenden „Weder vor – noch zurück“-Zustand.

Über die Frage: Ist der Iran missionarisch, imperialistisch, will er sein Modell anderen aufnötigen?
Auch einiges zum Dschihad – zwei Formen, einer nach außen und aggressiv, der andere verinnerlicht und offenbarend – Khomeini plädierte für den letzteren und gab dazu sogar eine Fatwa heraus.

Wieder einmal über den Dschihad – der große Dschihad ist eine Art Einkehr, eine Selbstreinigung, er zielt nach innen.
Der kleine Dschihad ist Kampf um die Einheit der Gläubigen – also Krieg und Verfolgung von Abgefallenen, Häretikern und Verrätern. Und diesen Dschihad verbietet Chomeini mehr oder weniger mit seinen Lehren und Fatwas. Er sagt: DAS geht uns nichts an.
Für radikale Sunniten sind Schiiten Häretiker bzw Verräter, wegen ihrer Dschihad-Auffassung.
Mit der Islamischen Revolution im Iran kam der Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten auf die Spitze – Saudi-Arabien und der Iran versuchten, ihren Einfluß zu erweitern und den der anderen Konfession zurückzudrängen.

Der von China vermittelte Friedensschluß zwischen diesen beiden Gegnern war natürlich der westlichen Welt ein Dorn im Auge.
Über die Feindschaft zwischen Schiiten und Sunniten in Syrien, wo noch einiges an Massakern möglich ist. Immerhin war ja die Hisbollah dort und half Assad.
———

Zur Innenpolitik des Iran:

1. Marktwirtschaft, Eigentum ist in Ordnung, von Kommunismus wollten die Mullahs nie etwas wissen – aber alles muß der eigenen Nation dienen!
Es wurde daher auch viel verstaatlicht und damit auch große Staatsunternehmen geschaffen.
Darin, daß alle Wirtschaft, so oder so, dem Staat und seiner Größe dienen muß, gleichen sie den Faschisten bzw. Nationalsozialisten.

2. Bildung

Bildung wird im Iran sehr gewollt und gefördert, auch von Frauen – ein großer Unterschied zu anderen islamischen Staaten. Fast 50% der Studenten sind Frauen.
Frauen haben auch relativ hohe Positionen in der Wirtschaft des Iran – alles Dinge, von denen sie in den arabischen Golfstaaten nur träumen können. In Saudi Arabien dürfen Frauen nicht einmal Autofahren!

Verbote und Gebote gibt es im Iran viele, aber sie werden oft nicht eingehalten. Das gilt für Alkohol, Satellitenfernsehen und vermutlich auch für Studiengänge.

Einiges zum Tod von Mahsa Amini, der Protestbewegung, ihren Ursachen und Folgen, und den Umständen ihres Todes.
Zur Drogenproblematik des Iran.

Die Behauptung, sie wäre vielleicht unter Drogeneinfluß gestanden, ist durch die Umstände ihrer Verhaftung und die vielen Zeugen widerlegt.
Aber was ist mit den Tätern, den Sittenpolizisten?
Vielleicht halten die sich bei Stimmung für diesen unerfreulichen Job und waren deshalb nicht ganz bei sich?
Das ist nur so eine Vermutung, selbstverständlich.

3. Die Pasdaran

kontrollieren die Wirtschaft und sind direkt dem obersten Führr, Ali Khamenei unterstellt.

Wie sieht es um die

4. Wirtschaft

des Iran aus?
Immerhin steht er seit Jahrzehnten unter Sanktionen.
Die Pasdaran sind die Haupt-Außenhandelsorganisation, die Umgehung der Sanktionen und der Handel mit China sind praktisch ausschließlich ihr Aufgabenbereich.

Vorbehalte des Iran gegen die gottlose Sowjetunion sind in Rußland hinfällig: Der Islam ist als autochtone Religion anerkannt, allerdings wie auch die anderen Religionen Rußlands den staatlichen Behörden unterordnet.
Exkurs zu Staat und Religion
———————–

5. Militär und Krieg, das Verhältnis zu Rußland

Militärische Kooperation mit Rußland gibt es seit 2015, da wurden auch die Shahed-Drohnen entwickelt.
Aber das Mißtrauen gegenüber dem großen Bruder im Norden bleibt – Speerspitze der anti-russischen Gefühle ist Achmadinedschad, der der Ukraine seine Unterstützung ausgesprochen hat.

Das alles weist auf das größere Konzept der BRICS hin, denen der Iran ja auch beigetreten ist. Ist es ein kommerzielles Bündnis, soll es ein Verteidigungsbündnis werden und welche Interessen werden dann dort verteidigt?
Rußland bietet dem Iran einen Atom-Schutzschirm an, der Iran will aber seine Verteidigung nicht so aus der Hand geben.
Mit guten Gründen, siehe Ukraine und Budapester Memorandum.

Bei der Propaganda gegen den Iran – wo die Medien ziemlich gleichgeschaltet sind – fällt der Unterschied zu Saudi-Arabien auf, wo über ähnliche Zustände kein Wort verloren wird.

Er ist ein Hurensohn, aber der unsrige – sagte nach der mündlichen Überlieferung FD Roosevelt über Somoza, es wird jedoch auch Kennedy – oder war es Carter? – über den Schah zugeschrieben.
Noch einiges zum Abgang des Schah, und überhaupt, daß man die Gnade der USA schnell verlieren kann, wenn die Verhältnisse das nahelegen.

Vložiť komentár