Radiabled: Selbstbestimmung, Freiheit und tierische Helfer: Der große Radiabled-Rückblick

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  • 2026.03.24_1900.10-2000.00__Infoschiene
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Selbstbestimmung, Freiheit und tierische Helfer: Der große Radiabled-Rückblick

Veröffentlicht am 25. März 2026 – Ein umfassender Rückblick auf die Sendungen bei Radio FRO und Studio Enns.

Der März 2026 stand bei Radiabled ganz im Zeichen der Inklusion, der persönlichen Freiheit und der professionellen Unterstützung durch den besten Freund des Menschen. Gestern haben wir in einer emotionalen und hochinformativen Sendung mit unserem Studiogast Irene über den steinigen, aber lohnenswerten Weg zum selbstbestimmten Wohnen gesprochen. Gleichzeitig blicken wir zurück auf den 10. März, als uns Brigitte Girard tiefe Einblicke in die Welt der Therapiebegleithunde gab. Hier ist die Zusammenfassung dieser beiden wegweisenden Themen.

Teil 1: Gestern im Studio – Irene über selbstbestimmtes Wohnen
Was bedeutet es eigentlich, wirklich frei zu sein? Für viele Menschen mit Beeinträchtigungen ist die eigene Wohnung nicht nur ein Ort zum Schlafen, sondern das Fundament ihrer Würde. Irene hat gestern mit uns Klartext gesprochen und die folgenden 14 Kernfragen beantwortet, die zeigen, wie viel Organisationstalent und Mut hinter diesem Lebensmodell stecken.
Die Philosophie der Selbstbestimmung
Für Irene ist selbstbestimmtes Wohnen weit mehr als nur Barrierefreiheit. Es ist die Freiheit, zu entscheiden, wer die eigene Privatsphäre betritt, wann man aufsteht und wie der Alltag gestaltet wird. Weg von fremdbestimmten Strukturen im Heim, hin zur Eigenverantwortung. Sie betonte jedoch auch, dass diese Freiheit ihren Preis hat – vor allem in Form von organisatorischem Aufwand.
Kosten, Hürden und Fehlplanungen
Wir haben offen über die Kostenfaktoren gesprochen. Miete, Betriebskosten und die Finanzierung der persönlichen Assistenz sind riesige Posten. Irene gab wertvolle Tipps, worauf man achten muss, bevor man den Schritt in die eigene Wohnung wagt. Besonders spannend war ihre Erfahrung zum Thema Umbau: „Umgebaute Wohnungen sind nicht gleich umgebaute Wohnungen.“ Oft werden DIN-Normen erfüllt, die in der individuellen Praxis völlig am Bedarf vorbeigehen. Irene teilt hier ihre Erlebnisse mit Fehlplanungen, die den Alltag erschweren statt erleichtern.
Alltagsmanagement und persönliche Assistenz
Wie kommt man mit seinen Assistenten klar? Irene beschreibt dies als eine ständige Balance zwischen Professionalität und Vertrauen. Sie managt ihre Stundenplanung selbst – ein Fulltime-Job neben der eigentlichen Arbeit. Wir sprachen über ihre Pflegestufe und wie sie es schafft, trotz der hohen Anforderungen in ihrer eigenen Wohnung klarzukommen. Ohne ihre Assistenten wäre dieses Leben unvorstellbar, doch die Abhängigkeit erfordert eine enorme mentale Stärke.

Sport und Arbeit: Irene ist eine Powerfrau. Sie erklärte uns, wie wichtig ihr der Sport ist, um mental mit ihrer Situation klarzukommen. Doch wir blickten auch kritisch auf die Arbeitswelt: Irene arbeitet in einer Großküche. Wir thematisierten, ob der Verdienst (oft nur als „Taschengeld“ deklariert) in Ordnung ist oder ob sich hier grundlegend etwas ändern muss. Irene hat klare Visionen für die Zukunft!

Teil 2: Rückblick auf den 10. März – Vier Pfoten für die Seele
Bevor wir gestern mit Irene diskutierten, stand am 10. März ein anderes wichtiges Team im Fokus: Mensch und Hund. Gemeinsam mit der Expertin Brigitte Girard (www.girard.at) beleuchteten wir die anspruchsvolle Ausbildung zum Therapiebegleithund.
Tiergestützte Therapie (TGT) – Mehr als nur Streicheln
Brigitte Girard räumte mit Vorurteilen auf. Therapiebegleithunde sind professionelle Partner, die gezielt motorische, kognitive und emotionale Fähigkeiten fördern. Ein Hund wertet nicht; er begegnet dem Menschen unvoreingenommen. Das öffnet Türen, die für menschliche Therapeuten oft verschlossen bleiben.
Therapiehund vs. Assistenzhund: Die Rollenverteilung
Ein wichtiger Punkt der Sendung war die Unterscheidung: Während ein Assistenzhund (z.B. ein Blindenführhund) ein ständiger Begleiter für eine bestimmte Person ist und Sonderrechte genießt, arbeitet ein Therapiebegleithund im Team mit seinem Besitzer in Institutionen wie Schulen oder Kliniken.
Das Herzstück: Rollstuhltraining (Modul 2)
Ein Kernaspekt, bei dem wir von Radiabled aktiv mithelfen, ist die Gewöhnung der Hunde an technische Hilfsmittel. Ein Rollstuhl – ob manuell oder elektrisch – darf für den Hund keine Bedrohung sein.

  • Handrollstühle: Die Hunde lernen, sicher neben dem Rollstuhl zu laufen, ohne in die Speichen zu geraten.
  • E-Rollstühle: Die Gewöhnung an das Motorengeräusch und die ruckartigen Bewegungen ist hier entscheidend.

Wesenstest und Ethik
Nicht jeder Hund ist geeignet. In Stresssituationen muss das Tier gelassen bleiben. Brigitte betonte, dass Qualität vor Schnelligkeit geht. Auch die „Pensionierung“ der Hunde mit etwa 10 Jahren und die jährliche Überprüfung der Einsatzfähigkeit (das „Hunde-Pickerl“) zeigen, wie ernsthaft diese Ausbildung betrieben wird.

Ein besonderes Highlight der Sendung am 10. März war Radiosupermaus direkt im Studio. Gestern war sie telefonisch zugeschaltet. Die telefonische Zuschaltung von Radiosupermaus war super, denn sie bereicherte die Diskussion mit ihren Beiträgen und bringt oft tiefes Wissen mit ein!

Fazit: Gemeinsam für mehr Teilhabe
Ob es die Freiheit der eigenen vier Wände bei Irene ist oder die Unterstützung durch einen Therapiehund bei Brigitte Girard – das Ziel von Radiabled bleibt gleich: Wir wollen zeigen, dass Barrieren im Kopf abgebaut werden können, wenn man die richtigen Werkzeuge und Partner an der Seite hat.

Jetzt die Sendung vom 10.3.26 nachhören

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