Die Moderne trägt Farbe. Seilschaften reichen bis in die Farbtöpfe oder die Kunst des Verschwindens. Was wäre, wenn die Welt über Nacht ihre Farben verlöre? Kein Mohnblumenrot. Kein Morgenhimmelblau. Eine Welt ohne Farben wäre nicht nur ärmer – sie wäre ihrer Lebendigkeit beraubt. Farben sind weit mehr als Ästhetik. Farben ordnen die Welt, markieren Macht, Zugehörigkeit und Ausschluss. Purpur war Herrschaft, Gelb kaiserliche Mitte, Rosa und Blau wurden zu gesellschaftlichen Kostümen erklärt. Selbst Farben blieben nicht verschont von Hierarchien und auch die Kunstgeschichte besitzt eigene Farbpaletten. Manche Namen wurden in Gold geschrieben, andere mit grauer Tinte überschrieben. Künstlerinnen wurden übersehen oder ganz aus dem Bild gedrängt — die Kunstgeschichte besitzt eigene Farbregeln. Im Zentrum stehen Künstlerinnen und die Frage, warum patriarchale Seilschaften bis in die Farbtöpfe der Geschichte reichen. Farben erzählen nicht nur, wie wir die Welt sehen. Sie erzählen auch, wer gesehen werden soll, wer gesehen wird, oder nicht.
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19. июня 2026
Опубликовано
23. июня 2026
Транслировано
23. июня 2026, 19:30
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Barbara Schröder
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