Technologische und gesellschaftliche Umwälzungen verändern unsere Städte: Gebaute Strukturen verlieren ihre ursprüngliche Funktion – werden obsolet – und es ergeben sich neue Möglichkeiten, die insbesondere für die Klimaanpassung eine Chance bieten könnten. Im Rahmen der 11. Fieldtrips begaben sich Studierende der Architektur und Raumplanung der TU Wien, konkret des futur.labs, mit Betreuung von Professor Stefan Rettich und dem bewährtem Team bestehend aus Madlyn Miessgang, Andreas Bernögger, Charlotte Ambs und Rudolf Scheuvens auf Expedition in europäische Städte, um solchen Orten und Ihren Potentialen auf den Grund zu gehen. Ein Teil der Abgabe dieser Lehrveranstaltung ist zum Glück stets auch ein Beitrag für diese Radioreihe – und damit bekommen wir viele Fenster in die Welt. Sie hören Beiträge über einen Hafen, Tankstellen, einen Industriekomplex, eine Stadtautobahn, Kirchen aber auch Wohnbauten, die trotz Mangel nicht genutzt werden.
Jan Hengelage / Anton Schmuck / Phillip Sharif Witt aus Thessaloniki
„Wie zeigen sich das Paradoxon der Polykatoikia und der Wohnungskrise in Thessaloniki im Stadtraum, und welche Akteur:innen, Interessen und Wahrnehmungen prägen es?“
In Thessaloniki steht ein Viertel aller Wohnungen leer während Tausende keine bezahlbare Unterkunft finden. Durch die Augen einer Person erzählt dieser Beitrag von einem ganz normalen Morgen in dieser Stadt: vom kaputten Fahrstuhl, der seit Jahren stillsteht, von der Straße, die sich je nach Seite wie zwei verschiedene Welten anfühlt, vom Brief unter der Tür. Basierend auf eigener Forschung vor Ort untersucht der Beitrag, wie das Paradoxon gleichzeitiger Wohnungsnot und massiven Leerstands entstanden ist und wer es bis heute aufrechterhält.
Yanic Kieser / Anthony Feghali / Katalin Ax aus Rotterdam
„Kirchen* im Wandel der Zeit“
Um Gottes Willen! Wir nehmen euch in unserem Radiobeitrag mit in die Kirchen* von Rotterdam. Zwischen Auszügen aus unserer Reise-Bibel könnt ihr Klänge aus den jeweiligen Kirchen* lauschen, während wir der Frage nach dem Funktionswandel der Gebäude nachgehen – in einer Zeit, in der die christliche Kirche immer mehr Mitglieder*innen verliert und nach neuen Wegen sucht, ihre Gotteshäuser zu füllen und damit zu finanzieren. Wir sprechen über Gemeinschaften, Zugänglichkeit und Barrieren. Viel Spaß!
*Sich als Kirchen identifizierende oder identifizierte Gebäude
Chiara Materazzi / Helin Kaya /Mario Loran / Markus Pircher aus Rijeka
„Wie verändern sich Grenzen zwischen Stadt und Hafen in Rijeka?“
Laura Bosch / Polina Pertseva /Helge Hufschmidt / Daniel Gherghel aus Maastricht
„Welche baulichen, sozialen, aktivitätsbezogenen und diskursiven Strukturen sind im Landbouwbelang entstanden?“
Im Rahmen unseres Forschungsprojekts mit dem Landbouwbelang, kurz LBB, in in Maastricht beschäftigt. Das LBB ist ein ehemaliger Industriekomplex zwischen Bassin und Maas, der seit 2002 besetzt ist und sich seitdem zu einem selbstorganisierten Wohn-, Kultur- und Sozialraum entwickelt hat. In unserem Radiobeitrag nehmen wir euch mit an diesen Ort und erzählen, wie wir das LBB erlebt, verstanden und kennengelernt haben.
Paul Linsmeier / Noah Schmid / Fynn-Luca Wolf aus Genua
„Welche Rolle spielt die Sopraelevata zwischen Genuas Altstadt und Meer?“
Eine Hochstraße prägt seit den 1960er Jahren das Stadtbild von Genua. Wir begeben uns vor Ort auf die Suche, um herauszufinden, was sich unter den Stützen der massiven Konstruktion abspielt.
Hannah Münster / Anna Oberkleiner / Leonie Schirra / Nora Schneider /Finn Welter aus Amsterdam
„Im Tempo der Tankstelle“
Der Radiobeitrag beschäftigt sich mit dem Image von Tankstellen sowie ihrer Transformation in Amsterdam und fragt, was mit einem Ort passiert, der lange auf Schnelligkeit, kurzen Aufenthalt und Weiterfahren ausgelegt war. Ausgehend von der ehemaligen Tankstelle Gele Pomp zeigt der Beitrag, wie Tankstellen im Kontext ihrer zunehmenden Obsoleszenz durch den Mobilitätswandel neu gedacht werden — und wie sich dadurch nicht nur ihre Funktion und Nutzung, sondern auch ihre Geschwindigkeit verändern können.











