Die verobjektivierte Rasterfahndung als kybernetische Utopie

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Queere Anthropologie

Zur Kulturgeschichte einer rechnergestützten Technik des späten
20. Jahrhunderts in der Rasterfahndung

Wenn es in der Selbstdiagnose der 1970er Jahre ein Ende der Utopien gegeben
haben mag, dann ist danach zu fragen, was mit ihnen geschehen ist und in
welchen topos sie sich zurückgezogen haben. Am Beispiel der von Horst Herold
(Leiter des BKA in Deutschland) seit den 1960er Jahren vertretenen Utopie einer Kybernetik
des Rechtsstaats, welche dank der rechnergestützten kriminaltechnischen Produktion
objektivierter Beweise zur gesicherten Rationalität des juristischen Verfahrens
sowie zur Transparenz rechtsstaatlichen Handelns schlechthin führen sollte,
lässt sich die auch am Ende der traurigen 1970er Jahre erstaunliche Vitalität
technokratisch-kybernetischer Utopien nachzeichnen. Der Ort, in den sie sich
vorübergehend zurückziehen, ist das interdisziplinär arbeitende
kriminaltechnische Labor.

Im Mitschnitt vom Kulturgeschichtetag hören Sie David Gugerli von der Universität Zürich zur verobjektivierten Rasterfahndung als kybernetische Utopie.

Ein Beitrag von Pamela Neuwirth

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