Altersbestimmung von Holzkonstruktionen
Die Sulzstube in Weißenbach an der nördlichen Gemeindegrenze von Bad Goisern diente als Solespeicher, um die Druckbedingungen in der Soleleitung konstant zu halten. Sie ist ähnlich einem Fass konstruiert, mit Längsholzelementen auf der Längsseite und ortgangseitig eingespundeten Querwänden. Dadurch entstand ein Dichtigkeitsgrad, der nach wie vor in etwa einen halben Meter Sole am Boden hält. Für die Dendrochronologie wurden sieben Proben gezogen, von denen fünf datierbar waren. An den Vorköpfen der Hirnenden, die durch die Spundung zugänglich sind, zeigten sich leichte Waldkanten. Dort erfolgten die radialen Bohrungen, die das Fälljahr 1802 plus einem Jahrring ergaben, wobei die gesamte Konstruktion aus Fichtenholz besteht.
Die Abdichtung beruht auf einem geometrisch formschlüssigen System und auf eingelegtem, speziell verarbeitetem Hanf, der in die Fugen an der Innenseite eingepresst wurde und aufquillt. Diese Kombination hält das Objekt über zweihundert Jahre lang dicht. Die Sole, eine vollgesättigte Lösung mit etwa 33 Prozent Salzgehalt, wirkt konservierend, weil in der salzgesättigten Atmosphäre Mikroorganismen keine Chance haben. Das Gebäude steht auf Steinfundamenten, die es vom Boden abheben, die Hirnholzflächen sind geschützt, und ein Dachvorsprung sorgt für Witterungsschutz, ergänzt durch laufende Pflege. Die Dachkonstruktion wurde erneuert, der Hauptkörper darunter ist top erhalten, sodass der Bestand über weitere Jahrhunderte möglich erscheinen. Gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts, trotz wirtschaftlich katastrophaler Umstände wie dem Staatsbankrott von 1811 als Folge der Napoleonischen Kriegen, entstanden im Salzkammergut als langfristige Investitionen in die Salzproduktion qualitativ hochwertige Einrichtungen.
Link zu weiterführenden Informationen zur Konstruktion einer Sulzstube.
Link zu weiterführenden Informationen zur Soleleitung.
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