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Im Zuge der Ars Electronica 2010 wird Radio FRO am Samstag eine Medienkonferenz mit dem Titel «Re|naming Media — Herausforderungen europäischer Medienpolitik im Zusammenhang mit Migration und Diversity» gestalten.
Wir diskutieren heute live im Studio über Inhalt und Ausrichtung des international besetzen Panels.

Re|naming Media

Mediale Wirklichkeit orientiert sich meist an der Idee des Qualitätsjournalismus — wenn man beispielsweise die Flachheit des Programminhalts vieler Privatfernsehanbieter ausser acht läßt, die auch keine n Bildungsauftrag wahrnehmen. Das was man hinlänglich Qualitätsjournalismus nennt beginnt aber zu bröckeln. Das liegt auch daran, dass durch den Einfluß von sogenannten Web 2.0 Strategien und deren Möglichkeiten, der BürgerInnenjournalismus, der oft mit der Idee der Gegenöffentlichkeit in Verbindung gebracht wird, zusammenfällt. Für Johan Galtung war der BürgerInnenjournalismus ein Zeichen der Friedensbewegung.

BürgerInnenjournalismus zeichnet sich darin aus, dass das ursprüngliche Sender-Empfänger-Verständnis überwunden wird. Die Bürgerin, der Bürger wird selbst zum Sender. Und da nun in vielen Ländern Europas prinzipiell Alle einen Zugang zu sogenannten Freien Medien haben sollen, entwickelte sich mit der Zeit der Begriff der Medialen Integration. Denn auch die Gruppe, oder Zielgruppe der MigrantInnen wurde interessant. Als ökonomische Größe stellen sie das dar, was als Ethno-Markting verwertbar ist.

Aus medienpolitischer Sicht ist die sogenannte 4. Macht im Staat auch mit parteipolitischen Bestrebungen verbunden, dh. wenn sich Österreich vom klassischen Einwanderungsland verändert hin zum Nationalstaat, dann hat das auch seine Auswirkungen auf die Medienvielfalt.

Was den Journalismus und seine Ausbildungsmöglichkeiten betrifft, sind ja die Freien Medien «das gute Beispiel». Doch wenn man genauer hinsieht, dann zeigt sich, dass reproduzierter Rassismus im Journalismus nichts Unbekanntes ist. Und wie kann man mit der Definition MigrantIn im medialen Feld umgehen? Ist der Begriff für sich nicht schon ein Problem, wenn auch in Freien Medienkonglomeraten die EntscheidungsträgerInnen meist nicht-migrantischen-Hintergrund haben und weitgehend AkademikerInnen sind?

Hintergründe und Probleme, die wir im Studio ansatzweise diskutieren. Zu Gast sind die Panelteilnehmer- und Initiatoren Michael Gams, Alexander Vojvoda und Oliver Jagosch, seines Zeichens Ausbildungskoordinator bei Radio FRO.

Im zweiten Teil der Sendung hört ihr einen Beitrag von den KollegInnen des Freien Radio Corax in Halle. Da wird über die 1. libertäre Medienmesse berichtet.

Am Mikrofon: Pamela Neuwirth

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