Gedenkort.Flucht | Jobsuche nach der Haft

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Gedenkort.Flucht

Im Stadtfriedhof St.Martin in Traun gibt es seit Mai 2022 einen Ort, der an Personen gedenkt, die auf der Flucht verstorben sind.

Leiter des Projekts ist Stefan Schlager, von der Diozöse Linz. Gemeinsam mit seiner Kollegin Monika Weilguni und Anja Krohmer vom Verein Arcobaleno sprechen sie über die Idee zum Gedenkort.Flucht. Dieser ist religionsübergreifend konzipiert – gemeinsam mit der evangelischen Kirche und der islamischen Glaubensgemeinde. Der Gedenkort.Flucht befindet sich im Stadtfriedhof St. Martin, weil sich dort auch eine islamische Ruhestätte befindet. Muslimische Menschen sollen nicht gehemmt sein, diesen Ort zu betreten.

3 Personen sitzen auf einer Holzgarnitur in einem Innenhof. Sie schauen in die Kamera. Auf dem Tisch liegen Poster, Stifte und Wassergläser

 

Am 24. September 2022 wird es eine feierliche Gedenkveranstaltung geben. Eingeladen sind betroffene Menschen, die Angehörige auf der Flucht verloren haben, aber auch Ehrenamtliche, die Menschen auf der Flucht begleiten. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Im Rahmen einer multikulturellen Feier kann man den Namen auf einen Stein schreiben und diesen ablegen. Am 24. September werden auch die ersten Namen von Verstorbenen an das Denkmal angebracht. In Zukunft soll jährlich ein multireligiöses Totengedenken stattfinden, das offen für alle Menschen ist. Bei dieser ersten Veranstaltung im September sollen Angehörige zuerst einmal über das Projekt informiert werden. Es ist auch möglich, gemeinsam mit Arcobaleno von Linz mit dem Bus anzureisen, um den Weg zum Gedenkort leicht zu finden. Im Gespräch erzählen die drei viel über die Hintergründe und Entstehungsgeschichte des Projekts.

Stefan Schlager sagt, dass die Toten sichtbarer gemacht werden sollen:

Wenn wir anschauen, wie über die Toten gesprochen wird: Nur über Zahlen, nackte Zahlen. Es ist ein leises Sterben, ein stilles Sterben. Ein Sterben im toten Winkel der Weltöffentlichkeit. Und noch dazu kriminalisiert.

 

Weiter Infos zur Veranstaltung:

Arcobaleno
Diozöse Linz

Hier kann man den Beitrag direkt hören

Eine zweite Chance

Der Einstieg ins Berufsleben ist für Jugendliche ein großer Schritt, der mit vielen Herausforderungen, Sorgen und Fragen verbunden sein kann. Vor allem aber für jene jungen Menschen, die eine Haftstrafe verbüßt haben: “Soll die Haftstrafe im Lebenslauf stehen?”, “Wann sage ich am besten, dass ich in Haft war?”, “Muss ich sagen, welche Straftat ich begangen habe?”.

Um junge Straftäter*innen auf die Jobsuche nach der Haft vorzubereiten, hat die Soziale Initiative am 8. September ein Bewerbungstraining für sie organisiert. Für das Training haben die Jugendlichen Freigang bekommen. Unterstützt wurde das Training von der Arbeiterkammer Oberösterreich, die Räumlichkeiten in seinem Bildungshaus Jägermayrhof zur Verfügung gestellt hat. Ebenso teilgenommen haben Personalmanager*innen von Linzer Unternehmen, wie Liwest Kabelmedien GmbH, Rohrdorfer Transport Beton GmbH und voestalpine AG. Sie übten mit den Jugendlichen den Ablauf von Bewerbungsgesprächen und gaben ihnen wertvolle Ratschläge.

Vorbereitet und begleitet wurden die Jugendlichen von Jugendcoaches der Sozialen Initiative, die speziell Unterstützung in Justizanstalten anbieten. Damit soll jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren der Übergang nach “draußen” erleichtert werden. Im Mittelpunkt des Coaching stehen Berufsorientierung, der Einstieg in Lehre und Beruf, aber es geht auch um die Begleitung an sich und darum Ansprechpersonen zu sein.

FROzine-Redakteurin Marina Wetzlmaier war beim Bewerbungstraining im Jägermayrhof vor Ort und hat mit Jugendcoaches sowie mit einem Personalvertreter gesprochen. Vor allem aber hat sie zwei Jugendliche darüber befragt, wie es ihnen beim Training ergangen ist, was sie daraus mitnehmen und welche Pläne sie für ihre Zukunft haben. Schlussendlich gibt es auch Antworten auf die Frage: “Wie sage ich, dass ich in Haft war?”

Stimmen der Jugendlichen:

“Ich finde es gut, dass Jugendlichen, die derzeit in Haft sind, eine Möglichkeit geben wird, sich zu beweisen und sich von einer besseren Seite zu z.”

“Ich möchte meine Ausbildung fertig machen, weil das ein wichtiger Grundstein für mein weiteres Leben ist.“

“Ich hab von meiner Oma gelernt: Ehrlichkeit währt am Längsten.”

“Nutzt euer Potenzial! Jeder einzelne von euch ist besonders!”

Beitrag jetzt hören

***

Event-Tipp: Messe Jugend und Beruf, 5. – 8. Oktober 2022 in Wels: https://www.jugendundberuf.info/

 

Reflect. Connect. Act.

Katharina Traxler von PANGEA gibt einen Überblick über die Workshops zu Diskriminierung im Alltag, die gemeinsam mit Radio FRO entstanden sind.

Das Projekt von PANGEA in Kooperation mit Radio FRO und in Zusammenarbeit mit StandUp! von SOS-Menschenrechte beschäftigt sich mit Diskriminierung im Alltag.

Worum geht’s?

An vier Workshopterminen werden wir uns gemeinsam über unsere Erfahrungen austauschen und Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung im Alltag erarbeiten. Diese werden wir dann mit Hilfe von künstlerischen Collagen in Bild, Wort und Ton darstellen. Die Ergebnisse werden anschließend in gesammelter Form präsentiert.

Was passiert?

• Austausch eigener Erfahrungen zum Thema
• Reflexion über eigene Denkweisen
• Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung
• Darstellung dieser Handlungsmöglichkeiten mit verschiedenen künstlerischen Collagetechniken in Bild, Wort und Ton

Wer kann mitmachen?

• Alle die von Diskriminierung im Alltag betroffen sind
• Alle die sich über Diskriminierung im Allgemeinen informieren möchten

Die Workshops bauen aufeinander auf, daher ist eine Teilnahme bei allen Workshopterminen empfehlenswert. Es ist aber auch möglich nur bei einzelnen Terminen teilzunehmen.

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