Welser Voixfest | Rechte von Sexarbeitenden

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Rückblick auf das Welster Voixfest

Am Samstag, den 27. Mai, fand im Alten Schlachthof in Wels das Voixfest statt. Das Voixfest zelebriert die Vielfalt, die Solidarität und das Gemeinsame. Es wird von einer Vielzahl an Vereinen, Initiativen, Unternehmen und engagierten Privatpersonen organisiert und getragen. Aylin Yilmaz hat sich bei verschiedenen Zivilorganisationen und Vereinen umgehört und mit ihnen über ihre Anliegen und aktuelle Themen gesprochen.

Hannah Stögermüller und Johann Reindl-Schwaighofer von der Volkshilfe reden darüber, dass über 300.000 Kinder in Österreich armutsgefährdet sind. Darum fordern sie eine einkommensgestaffelte Kindergrundsicherung. Die beiden reden auch darüber, wie sich diese Armut äußert: Kinder werden aus dem Alltag ausgeschlossen, sie können nicht bei Ausflügen mitmachen, oder das Geld reicht nur mehr für Butternudeln am Ende des Monats.

2 Personen stehen hinter einem Banner, das am Boden liegt. Auf diesem Banner ist zu lesen: Zukunft mit einem Pfeil nach oben und darunter ist durchgestrichen: Kinderarmut. Das Banner sieht aus wie ein Ortschild. Weiße Fläche mit blauem Rahmen

Johann Reindl-Schwaighofer und Hannah Stögermüller von der Volkshilfe. Foto: Aylin Yilmaz

Hier findet man mehr Informationen zu der Initiative.

Amnesty International war auch vertreten. Bernhard „Bani“ Kastl erzählt über seine langjährige Arbeit bei Amnesty International. Im Moment versuchen sie, Unterschriften für zwei Petitionen zu sammeln, die den Iran betreffen. Bani erklärt, wie Unterschriften Druck auf die jeweiligen Regierungen ausüben sollen. Es wird aufgezeigt, dass auch in anderen Ländern über diese Fälle gesprochen wird.

2 Personen stehen hinter einem Tisch mit Flyern und Informationszeitungen von Amnesty International. Sie tragen beide gelbe Tshirts.

2 Aktivist*innen von Amnesty International Gruppe 8 Linz. Foto: Aylin Yilmaz

Die Gruppe 8 Linz von Amnesty International hat auch eine Radiosendung auf Radio FRO. Einmal im Monat informieren sie über die Situation von Menschenrechten weltweit. Hier finden Sie alle Informationen.

Im Alten Schlachthof befindet sich auch das Radionest von FRO. Dort wurde Ralf vom Verein FreiRaumWels. Er stellt Menschen in Wels kostenlos einen Raum zur selbstständigen Umsetzung gemeinschaftsorientierter und nachhaltiger Aktivitäten zur Verfügung. Ralf spricht darüber, wie dieser Raum genutzt werden kann und welche Vereine ihn schon in Verwendung haben. Im Freiraum wird auch eine Wand zur Verfügung gestellt, an der Künstler*innen ihre Werke kostenlos ausstellen können. Neben Kunst ist es im Schlachthof auch musikalisch. Der Verein Musikwerkstatt führt jeden Dienstag intime Konzerte auf. Gerhard Klingovsky erzählt, wie die Musikwerkstatt in den Schlachthof gekommen ist und welche Idee dahinter steckt, zu improvisieren und auch manchmal Diskord dem Publikum zuzumuten.

Auch das Nicaragua Komitee befindet sich im Alten Schlachthof. Werner Retzl erzählt von Chichigalpa, der Partnerstadt von Wels und wie die Kooperation zwischen den Städten aussieht. Wels unterstützt die nicaraguanische Stadt mit 9.000 Euro pro Jahr. Damit werden Projekte vor Ort realisiert. Retzl spricht über die Schwierigkeiten von entwicklungspolitischem Arbeiten und die Erfolge, die das Komitee schon verzeichnen konnte.

Ein Mann sitzt an einem Tisch. Vor ihm steht ein Mikrofon und er trägt ein Tshirt, auf dem in gelber Schrift "Nicaragua" steht

Werner Retzl im Radio Nest im Alten Schlachthof. Foto: Aylin Yilmaz

 

Rechte von Sexarbeiter*innen

Am 2. Juni ist der internationale Hurentag, oder Tag der Sexarbeiter*innen. An diesem Tag soll auf die Diskriminierungen aufmerksam gemacht werden, mit denen Sexarbeitende immer noch zu kämpfen haben. Dieser Tag wurde gewählt, da im Jahr 1975 Sexarbeitende eine Kirche in Lyon besetzt haben, um auf die schlechte Situation von Frauen in der Sexarbeit aufmerksam zu machen. Bei einer Pressekonferenz am 25. Mai erklärt Elke Welser von der Beratungsstelle LENA der Caritas, warum das „Schwedische Modell“ keine gute Option für Sexarbeitende in Österreich wäre. Sie kritisiert auch, dass Vertreter*innen und Organisationen von Sexarbeitenden in Entscheidungsprozesse nicht eingebunden werden. Dieses schwedische oder nordische Modell ist ein Gesetz, das den Kauf von sexuellen Dienstleistungen verbietet und strafbar macht. Das würde einem indirekten Verbot von Sexarbeit gleichkommen. Das führt dazu, dass sich Sexarbeit in den illegalen Bereich verlagern würde und dies verstärkt die Ausbeutung von Personen und macht den Zugang zu Beratungen und Opferschutz schwieriger. Darum wird am 2. weltweit für Gleichstellung und Respekt für Sexarbeitende demonstriert.

Man sieht eine Person von hinten. Ihr Körper wird von einem großen roten Regenschirm fast vollständig verdeckt.

Der rote Regenschirm gilt als Symbol für Sexarbeiter*innen. Foto: StockSnap @pixabay

In Wien wird es eine Aktion am Urban-Loritz-Platz von 15:00 – 18:00 Uhr geben. Alle Infos gibt es hier.

 

Moderation: Aylin Yilmaz

CC-Musik:

David TMX – Imbroglio

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