In GLUMPERT verknüpft der österreichische Designer Peter Fellner nachhaltige Materialstrategien mit einer bewussten, queeren Symbolik. Aus gebrauchten Alltagsgegenständen wie Stickbildern, Häkeldeckchen, Tüchern und Regenschirmen schafft er Kleidungsstücke, deren Spuren sichtbar bleiben und eine erzählerische, identitätsstiftende Narration tragen. Schon im Materialfindungs- und Schnittprozess wird eine Grenze zwischen Funktion und Bedeutung verschoben: Gewöhnliche Objekte erhalten neue Wertschätzung, nehmen eine neue Form an und erschaffen neue Wirklichkeiten.

Die Symbolik der Schnecke durchzieht die Kollektion als Sinnbild von Fluidität – ein queeres Vorbild aus der Natur. Fellner nutzt dieses Symbol auch, um einen Safe Space zu verorten und zugleich den Modemarkt zu entschleunigen: Eine Zero-Waste Schnitttechnik entsteht, die Identität performativ sichtbar macht und den Blick auf heteronormative Dresscodes verschiebt. Kleidung wird hier nicht nur getragen, sondern gezeigt, diskutiert und verhandelt. Die Nachhaltigkeitsstrategie „repurpose“ (kann mit „Umnutzung“ übersetzt werden) fokussiert gebrauchte Materialien und steht somit für ökologische Verantwortung und eine politische Botschaft: Gegenstände, Menschen und Lebewesen, die als „ungeachtet“ gelten, finden neue Wertschätzung.
In der Sendung zu hören sind die Kuratorin Dr. Sandra Kratochwill und der Künstler und Designer Peter Fellner.
Die Ausstellung ist noch bis 13. September im O.K Linz zu sehen und kann kostenfrei besucht werden.
Ausstellung Glumpert von Peter Fellner
Kuratorin: Sandra Kratochwill
Modefilm: Anna Breit & Peter Fellner
Schnecken-Skulpturen: Theresa Limberger
Schuh-Kollaboration: Matthias Winkler
Produktion: Jarno Bachheimer
Projektleitung: Silvia Czepl
Film
Gesamtkonzeption: Peter Fellner und Anna Breit
Videographer: Anna Breit
Animation & Animations Designer: Raman Djafari
Clean-Up & Coloring: Lola André
AI Artist & Motion Design: Taskin Goec
Sound Designer: Kenji Araki
OK Linz
Fotocredit: Michael Maritsch










