Der Anbau der Weberkarde war über einen Zeitraum von über 100 Jahren für Katsdorf und die umliegenden Gemeinden von großer Bedeutung. Der stachelige Blütenkopf der Weberkarde diente zum Aufrauen von Woll- und Lodenstoffen. Diese 2-jährigen, 180 cm hohen Pflanzen, mit bis zu 30 Blütenköpfen, wurden von vielen Bauern, aber auch von Kleinhäuslern und Taglöhnern angebaut. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden 80 Millionen Karden geerntet und an Aufkäufern vieler Textilbetriebe aus ganz Europa verkauft.
Im Jahr 1896 haben sich 790 Karden-Bauern zu einer der ersten Warenein- und Verkaufsgenossenschaft Österreichs zusammengeschlossen. Diese Kardenbauern kamen aus rund 15 Gemeinden, von Alberndorf bis Schwertberg. Ein tiefer Einschnitt war die Errichtung des Eisernen Vorhangs nach dem 2. Weltkrieg. Viele Kunden aus Osteuropa konnten nicht mehr beliefert werden und gingen verloren. Andererseits wurden die Naturkarden durch industriell gefertigte Stahl-Karden ersetzt. Im Jahr 1955 wurde die Genossenschaft aufgelöst.
Heute kann man sich im Karden- und Heimatmuseum in Katsdorf über die große wirtschaftliche Bedeutung der Karde in der Region informieren.











