WiderstandsChronologie 21. Mai bis 13. Juni 2026

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WiderstandsChronologie
  • WiderstandsChronologie-2026-06
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WiderstandsChronologie 18. August bis 13. September 2025

#ORF #Klima #Budget #Sozialabbau #UnisRetten #BLM #ViennaPride #Antisemitismus

 

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21. Mai 2026: Kundgebung für eine unabhängige ORF-Spitze und für eine transparente Wahl der ORF-Generaldirektor*in ohne Einmischung von Politiker*innen

300–400 Personen demonstrierten am 21. Mai 2026 am Ballhausplatz für eine unabhängige ORF-Spitze und für eine transparente Wahl der ORF-Generaldirektor*in ohne Einmischung von Politiker*innen.

Aufnahme der Reden auf der Kundgebung: ⇒ https://cba.media/778104

Petition zum Thema:
https://aktion.aufstehn.at/medien/orf-wahl/petition

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22. Mai 2026: Fridays for Future

Rund 250 Personen demonstrierten am 22. Mai 2026 in Wien mit Fridays for Future für Klimaschutz und leistbares Leben statt klimaschädlicher Förderungen.

Aufnahme der Reden bei der Auftaktkundgebung am Schwarzenbergplatz und der Abschlusskundgebung am Maria-Theresien-Platz (am Anfang fehlt ein bisserl was, weil ich wieder mal zu spät gekommen bin):
https://cba.media/778207

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27. Mai 2026: Unis-Retten-Demo

17.000 bis 19.000 Personen demonstrierten am 27. Mai 2026 gegen Budgetkürzungen an den Universitäten. (Zählung Schottengasse)

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31. Mai 2026: Pride Reclaimed

Rund 250 Personen beteiligen sich am 31. Mai 2026 (nach kurzem Gewitterregen) an einer „antizionistischen, antikaptalistischen und antikolonialistischen“ „QTI*BIPOC-zentrierten“ „Pride Reclaimed“-Demonstration, die sich „entpolitisierte, kommerzielle und assimilierte“ Pride zurückerkämpfen möchte.

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2. Juni 2026: International Sex Workers‘ Day 

Bis zu rund 300 Personen forderten anlässlich des internationalen Sex Workers‘ Day am 2. Juni 2026 im Sigmund-Freud-Park in Wien mit LEFÖ, Sexarbeiter*innen, Sexarbeiter*innen-Selbstorganisationen, Beratungsstellen u. a. Anerkennung, Entstigmatisierung von und Rechte für Sexarbeiter*innen.

Aufnahme der Reden auf der Kundgebung (ohne Musik und Performances):
https://cba.media/779513

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7. Juni 2026: Black Lives Matter

270–290 Personen beteiligten sich am 7. Juni 2026 in Wien an einer Black-Lives-Matter-Demonstration gegen Rassismus, Polizeigewalt und Diskriminierung sowie für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Menschenwürde.

Die Abschlusskundgebung wurde von einer 22-minütigen Rede Topokes mit antiisraelischen Ausführungen dominiert.

Alle anderen Reden gibt es hier zum Nachhören: ⇒ https://cba.media/780118

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10. Juni 2026: Demonstration gegen „Zwei-Jahres-Budget des sozialen Kahlschlags“ 

Rund 300 Personen demonstrierten am 10. Juni 2026 auf der Mariahilfer Straße in Wien gegen das – wie sie es nannten – „Zwei-Jahres-Budget des sozialen Kahlschlags“, das am Vormittag von Finanzminister Marterbauer im Nationalrat vorgestellt worden war.

Die Reden bei der Auftaktkundgebung am Christian-Broda-Platz, der Zwischenkundgebung beim Bundesländerplatz und der auf den Platz der Menschenrechte vorverlegten Schlusskundgebung:
https://cba.media/780701

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11. Juni 2026: Denkmalpolitik ausgepfiffen

Proteste gab es am 11. Juni 2026, als die gereinigte und wiederaufgestellte LuegerStatute am nach ihm benannten Platz in der Wiener Innenstadt wieder eröffnet wurde. Die Statute wurde lediglich um unscheinbare 3,5 Grad geneigt. Diese Irritation solle die kriti­sche öffentliche Auseinandersetzung mit Karl Lueger und seiner antisemitischen Rhetorik und Politik lebendig halten, erklärte die Kunst-im-öffentlichen-Raum GmbH der Stadt Wien. Außerdem wurde eine kleine Tafel aufgestellt.

Die jüdischen österreichischen Hochschüler*innen riefen dazu auf, mit mit Pfeifen gegen diese mutlose Denkmalpolitik zu protestieren. JöH-Präsidentin Lia Guttmann sagte dort:

Danke an Samuel Winter, aus ⇒ dessen Bericht auf Instagram ich diesen O-Ton kopiert habe.

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12. Juni 2026: Stopp GEAS

400–450 Personen demonstrierten am 12. Juni 2026 gegen die an diesem Tag in Kraft getretene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems GEAS. Die Reden wendeten sich gegen die europäische Flüchtlingsabwehrpolitik und gegen Israel.

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13. Juni 2026: Marsch fürn Arsch

Zeitgleich mit der Regenbogenparade gab es von 2012 bis 2023 jedes Jahr einen rechtsextremen, christlich-fundamentalistischen „Marsch für die Familie“ als Protest gegen die Regenbogenparade. Seit 2024 kann dieser Marsch nicht mehr stattfinden, weil auf dessen Route –angeblich bis zum Jahr 2050 – ein „Marsch fürn Arsch“ bei der Behörde angezeigt worden ist. An diesem „Marsch fürn Arsch“ nahmen am 13. Juni 2026 rund 3000 Personen teil. Er wendete sich auch gegen die Kommerzialisierung und angebliche Entpolitisierung der Regenbogenparade, gegen so genanntes Pinkwashing – und wie inzwischen die meisten linken Demos in Wien auch gegen Israel.

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13. Juni 2026: 30. Regenbogenparade

Zum 30. Mal fand am 13. Juni 2026 auf der Wiener Ringstraße die Regenbogenparade, die Vienna Pride, statt. (Ich habe nicht gezählt, wie viele Menschen sich daran beteiligt haben.) Den Abschluss bildete wieder die Pride Celebration im Pride Village am Rathausplatz.

Die Reden auf der Abschlusskundgebung der 30. Wiener #Regenbogenparade am 13. Juni 2026 am Rathausplatz zum Nachhören:
https://cba.media/781189

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Zum Abschluss ausnahmsweise ein Kommentar:

Das Konzept der WiderstandsChronologie basierte auf einer solidarischen, weitgehend unkommentierten Dokumentation von möglichst vielen fortschrittlichen Kundgebungen und Demonstrationen in Wien. Damit sollte die Vielfalt und Breite von Protest und Widerstand gegen herrschende Zustände hörbar gemacht werden und die Träger*innen dieses Protests sollten authentisch selbst zu Wort kommen.

In letzter Zeit gibt es aber auf immer mehr „linken“ Kundgebungen und Demonstrationen immer mehr israelfeindliche, „antizionistische“, und ja: antisemitische Reden und Symbole, auch wenn das Thema der Versammlung eigentlich ein ganz anderes ist. Etwa bei der Pride-Reclaimed-Demo am 31. Mai, der Black-Lives-Matter-Demo am 7. Juni, die Demo gegen die GEAS-Reform am 12. Juni oder beim Marsch fürn Arsch am 13. Juni. Das Klimacamp im Mai rief zur Solidarität mit BDS auf, auch wenn es einen BDS-Workshop dann lieber doch absagte.

Auch ich halte Kritik an Israels Kriegen für berechtigt, auch ich finde, dass Regierungen mit Faschist*innen bekämpft werden müssen, überall, weswegen ja auch hunderttausende Israelis immer wieder auf die Straße gingen.

 

Wenn auf „linken“ Demos in Wien aber das Existenzrecht Israels in Abrede gestellt wird, auf vorgeblich antirassistischen Demos die „From the River to the Sea“-Parole gebrüllt oder in einen ach so coolen Rap gepackt wird, dann ist das antisemitisch. Und wenn dann (fast) alle anwesenden Demonstrant*innen applaudieren und (fast) alle mitschreien, dann ist das antisemitisch. Und wenn keine*r was dagegen macht, ist das antisemitisch.

Es ist in Wien nur mehr selten möglich, sich an einer „linken“ Demo zu beteiligen, ohne von Antizionist*innen und Antisemit*innen vereinnahmt und zu Kompliz*innen gemacht zu werden.

In der WiderstandsChronologie ist kein Platz für anitsemitische Reden. Wenn sie aber einfach nur weggelassen werden, wird dadurch die Dokumentation dieser Versammlungen verzerrt.

Wenn antisemitische Äußerungen in der WiderstandsChronologie verschwiegen werden, trägt dies zu einer Verharmlosung und Normalisierung von Antisemitismus in der „Linken“ bei.

Das Konzept der WiderstandsChronologie ist somit gescheitert.

Auf Wiederhören. Oder auch nicht.

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Mehr und vollständige Aufnahmen von Kundgebungen gibt es auf nochrichten.net oder widerstandschronologie.wien.

 

 

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