Dritte Spur auf der A9, eine Sackgasse? – Potenziale für ein multimodales Graz

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VON UNTEN im Gespräch
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Die A9 soll dreispurig ausgebaut werden, politisch verkauft als „Stau-Lösung“. Doch mehr Fahrspuren erzeugen oft mehr Verkehr, und die Frage, wer sich welche Mobilität leisten kann und muss, bleibt dabei unbeantwortet.

VON UNTEN hat darüber mit Aglaée Degros gesprochen. Sie leitet das Institut für Städtebau an der TU Graz und ist dort am Mobility Lab Graz beteiligt.

Im Gespräch geht es um die Situation und die Potenziale für Graz, vor allem um Multimodalität. Gemeint ist, dass Menschen je nach Weg und Situation selbstverständlich zwischen Zug, Bus, Rad, Fuß und Auto wechseln können, statt auf ein einziges Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Dafür braucht es allerdings die passende Infrastruktur.
Genau hier setzt ein zentraler Punkt an: Die bereitgestellte Infrastruktur ist ein Steuerungsmechanismus für die Wahl des Verkehrsmittels. Wer Straßen baut, bekommt Autoverkehr, und wer Schiene und Radwege vernachlässigt, schränkt Wahlfreiheit ein. Damit wird Mobilität zur Klassenfrage: Wer kann sich ein Auto leisten, wer ist auf eines angewiesen, und wer hat gar keine Wahl?
Außerdem diskutieren wir, ob der Ausbau tatsächlich Stau reduziert oder nur Zeit kauft, welche Folgen für Zersiedelung, Landschaft und den Verkehr in Graz zu erwarten sind und was wir stattdessen priorisieren könnten.

Shownotes:
Das Mobility Lab Graz ist eine gemeinsame Forschungs- und Experimentiereinrichtung von Stadt, Land, Bund, Holding Graz und TU Graz. Die Geschäftsführung liegt bei der Holding Graz. Ziel ist es, neue Mobilitätslösungen gemeinsam mit Bevölkerung, Politik und Verwaltung real im Stadtraum zu testen, etwa klappbare Radbügel auf Pkw-Stellplätzen.

Hier findet die Team-Seite von Jan Gehl, einem Stadtplanungs- und Designbüro mit Hauptsitz in Kopenhagen und weiteren Standorten in New York und San Francisco. Das Büro geht auf den dänischen Stadtplaner Jan Gehl zurück und arbeitet nach dem Leitgedanken, Städte für Menschen zu gestalten.

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