Zersetzung im Detail
Der Prozess beginnt auf mikroskopischer Ebene, sobald die Holzfeuchtigkeit den kritischen Schwellenwert der Fasersättigung von etwa 30 Prozent überschreitet. In diesem Zustand lagert sich freies Wasser in den Hohlräumen der Holzzellen ab, was es den Pilzsporen ermöglicht, keimfähige Hyphen und schließlich ein expandierendes Myzel zu bilden. Während Braunfäuleerreger vorrangig die helle Zellulose abbauen und das dunkle Lignin als brüchige, würfelartige Struktur zurücklassen, zersetzen Weißfäulepilze das Lignin selbst, wodurch das Holz seine Festigkeit verliert und eine faserige Konsistenz annimmt.
Ein tiefgreifendes Verständnis dieser biochemischen Abläufe ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung und dauerhafte Prävention im Holzbau. Da Pilze zur Entwicklung auf flüssiges Wasser angewiesen sind, bildet die bauphysikalische Kontrolle der Holzfeuchte den wirksamsten Schutz gegen biotische Schäden. Nur wenn die Umgebungsbedingungen konsequent unterhalb der Grenzwerte für das Pilzwachstum gehalten werden, bleibt die organische Substanz des Holzes langfristig vor enzymatischer Zersetzung geschützt und die Integrität historischer wie moderner Holzkonstruktionen bewahrt.
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