Solidarität mit Frauen und Mädchen

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Das Projekt „mitgehn“ unterstützt Armutsbetroffene bei Behördengängen. Aktion in Linz zum Internationalen Mädchentag. Kundgebung in Linz in Solidarität mit den Menschen im Iran.

mitgehn

Behördengänge, Ansuchen um Sozialhilfe oder um eine Gemeindewohnung, Termine in Gesundheitseinrichtungen,… Situationen, die alltäglich sind, für Armutsbetroffene aber mit Stress, Belastungen und mit Beschämung verbunden sein können. Um diesen Menschen den Gang zu Ämtern zu erleichtern, wurde das Projekt „mitgehn“ ins Leben gerufen.

Die Idee entstand aus einer 2015 durchgeführten Studie der Armutskonferenz. In dieser äußerten Betroffene den Wunsch nach einer Begleitung. Es geht dabei nicht um Vertretung, sondern um stilles begleiten. Gemeinsam mit dem Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum (ULF) in Oberösterreich wurde aus der Idee ein konkretes Konzept entwickelt, das nun als Piloprojekt umgesetzt wird.

„mitgehn“ findet derzeit in vier Bundesländern statt. Die Projektpartner*innen sind: Die Armutskonferenz, die ziwi. Die Zivilgesellschaft wirkt (OÖ), Caritasverband der Erzdiözese Salzburg, Diakonie Flüchtlingsdienst Frauenberatung Wien und der verein-freiraum Frauenberatungsstelle Leibnitz.

Am 6. Oktober wurde das Projekt im Wissensturm Linz vorgestellt, und zwar im Rahmen des 15. österreichweiten Treffens von Menschen mit Armutserfahrugnen unter dem Titel „sichtbar werden – gemeinsam gegen Barrieren und Beschämung“, organisiert von der Armutskonferenz und der Plattform „Sichtbar werden“.

Marina Wetzlmaier war bei der Präsentation vor Ort, hat mit Projektpartner*innen, Betroffenen sowie Begleiter*innen gesprochen.

Zu hören sind u.a. Maria Fitzka-Reichert (Die Armtuskonferenz) und Lisa Himmelsbach (die ziwi).

Mehr Infos übers „mitgehn“ unter: www.armutskonferenz.at/mitgehn

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Internationaler Mädchentag in Linz

Seit zehn Jahren wird am 11. Oktober der Internationale Mädchentag gefeiert. Dieser Aktionstag geht auf die Initiative „Because I am a Girl“ des Kinderhilfswerks „Plan International“ zurück und will auf die vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen aufmerksam machen.

In Linz gab es anlässlich des Mädchentages auch eine Aktion am Taubenmarkt. Das Frauenbüro der Stadt Linz und das Jugendzentrum Ann & Pat haben Flyer mit Informationen, Menstruationsartikel und Kondome an junge Frauen und Mädchen verteilt. Frauenstadträtin Eva Schobesberger und Jutta Reisinger, Leiterin des Frauenbüros waren auch vor Ort und haben mit Aylin Yilmaz über die Bedeutung des Mädchentages gesprochen. Sie sind überzeugt, dass es auch in Österreich noch genug zu tun gibt, was Gleichberechtigung betrifft. Frauenstadträtin Eva Schobesberger beanstandet die Ungleichheit bei Gehalt und Pension:

Ganzjährig berufstätige Frauen verdienen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen um bis zu 25% weniger. Das ist doch nicht gerecht! Wenn wir uns die Pensionen anschauen, da haben Frauen die Hälfte der Pensionen von Männern.

Um Mädchen über Gleichberechtigung und verschiedene Berufsbilder, abseits der „traditionell weiblichen“ Berufen, zu informieren, veranstaltet das Frauenbüro Workshops an Schulen. Es arbeitet auch mit dem Kindertheater Kuddelmuddel zusammen um schon den jüngsten Kindern zu zeigen, dass Geschlechterklischees keine Bedeutung haben sollten.

Jutta Reisinger meint, dass sich diese Klischees immer mehr verhärten:

Mit Sorge betrachten wir schon so eine gewisse „Retraditionalisierung“. Wenn man zum Beispiel die Spielzeugwahl betrachtet, oder dieses Gender Marketing. Wo halt einfach Produkte sehr stark gebranded werden. Also für Frauen und Männer sehr unterschiedlich angeboten werden. Unterschiedliche Dinge, vielleicht weniger „können“, aber in einem unterschiedlichen Design kommen. Da ist halt sehr viel Glitzer und Pink und daran erkennt man meistens die Produkte für die Mädchen. Da ist nicht per se was schlechtes dran, aber es wird irgendwie so signalisiert, dass wir so extrem unterschiedliche Menschen wären und das verbindende tritt dabei in den Hintergrund.

Auch in Österreich ist der Tag der Mädchen noch relevant. Diskriminierende Geschlechterrollen existieren auch hier weiterhin.

Links:
Plan International
Frauenbüro Linz

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“Frauen. Leben. Freiheit” – Kundgebung in Linz

Seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Jina Amini in Polizeigewahrsam finden im Iran und weltweit Proteste für Frauenrechte und gegen das Regime statt. In Linz versammelten sich am 13. Oktober Frauen sowie Männer aus der iranischen und kurdischen Communities, sowie viele weitere Menschen, die sich solidarisch zeigten. Auf ihren Plakaten die Worte: Frauen, Leben, Freiheit. Organisiert wurde die Kundgebung von Studierenden der Kunstuniversität Linz und iranischen Künstler*innen in  Linz.

Die Redner*innen forderten vor allem mehr internationale politische Unterstützung für die Menschen im Iran, die ihrer Ansicht nach alleine gelassen werden. Die feministische Bewegung begreifen sie nicht als nationale Angelegenheit, sondern als globalen Kampf. Protestiert wurde daher gegen Femizid, Frauenfeindlichkeit, Sexismus und Faschismus auf der ganzen Welt.

Marina Wetzlmaier hat Eindrücke von der Kundgebung gesammelt.

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Sendungsmoderation: Marina Wetzlmaier

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