Die Situation von Architekt:innen ist oftmals frustrierend: zu Dienstleister:innen degradiert, geht es vielfach nur um die möglichst günstige Behübschung und rechtliche Abwicklung von Projekten, bei denen alle wichtigen Entscheidungen schon gefällt wurden – meist mit dem Ziel der Profitmaximierung.
Am Rande des TURN ON Festivals 2025 trafen wir Aimée Michelfelder und Jurek Brüggen, die sich mit einigen weiteren Kolleg:innen als Kollektiv AFEA organisiert haben – eine Gesellschaft, die ökologisch und sozial nachhaltige Architektur machen möchte. Um als Architekt:innen möglichst frühzeitig die Weichen der Projekte stellen zu können, initiieren sie diese kurzerhand selbst. Der Prozess ist mühsam und scheitert einstweilen – aber wenn es gelingt, Mitstreiter:innen auf verschiedenen Ebenen zu begeistern, entstehen Projekte, die ökologisch, architektonisch und inhaltlich überzeugen.
Wir widmen uns vor allem zwei aktuellen Projekten: der Sanierung der Komturei in Werben – einer Reaktivierung leerstehender landwirtschaftlicher Gebäude – und dem Einfamilienhaus-Haus, bei dem es darum geht, einen Plattenbau so zurückzubauen, dass daraus ein Stapel von Wohneinheiten mit einfamilienhausähnlichen Qualitäten entsteht. In beiden Fällen handelt es sich um Nachnutzungen mit höchsten ökologischen Ansprüchen und einem sehr sensiblen Umgang mit dem Bestand.