Spuren der Wirklichkeit

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Vor rund 200 Jahren gelang es dem Erfinder Joseph Nicéphore Niépce, den Blick aus seinem Arbeitszimmer dauerhaft auf einer beschichteten Zinnplatte zu fixieren. Dieses Ereignis gilt heute als eine der Geburtsstunden der Fotografie. Anlässlich dieses Jubiläums versammelt die Ausstellung Spuren der Wirklichkeit im Lentos Kunstmuseum Linz Werke unterschiedlicher Perioden aus den Sammlungen der Museen der Stadt Linz und richtet den Blick auf die vielfältigen künstlerischen, technischen und materiellen Dimensionen der Fotografie.

 

Jede Fotografie ist eine Art memento mori. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen oder Dinge. Eben dadurch, dass sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche Verfließen der Zeit.“ (Susan Sontag, In Platos Höhle, 1977)

 

„Fotografie war immer eng mit technischen Entwicklungen verbunden, gleichzeitig war sie von Beginn an ein künstlerisches Experimentierfeld. Das 200-jährige Jubiläum bietet Anlass, die Geschichte und Gegenwart des Mediums anhand der umfangreichen Sammlungsbestände der Museen der Stadt Linz zu betrachten und zugleich seine anhaltende Relevanz sichtbar zu machen“, so Hemma Schmutz, Direktorin des Lentos Kunstmuseum Linz.

„Die Ausstellung geht von der Frage aus, welche grundlegenden Bedingungen Fotografien, unabhängig von ihrer Entstehungszeit, miteinander verbinden. Historische und zeitgenössische Arbeiten werden nicht nur gegenübergestellt, sondern in einen offenen Dialog gebracht. Gerade in einer Gegenwart, in der digitale Bildproduktion das Verständnis von Fotografie zunehmend verändert, erscheint es notwendig, sich erneut mit den materiellen, technischen und referenziellen Grundlagen des Mediums auseinanderzusetzen“, so Kuratorin Sarah Jonas.

Die Ausstellung, kuratiert von Sarah Jonas, widmet sich in fünf Kapiteln – Der Apparat, Das Licht, Das Material, Die Referenz und Die Zeit – den zentralen Bedingungen fotografischer Bildproduktion. Gezeigt werden knapp 150 Exponate aus den Sammlungen der Museen der Stadt Linz, darunter historische und zeitgenössische Fotografien, Kameras und Fotogeräte, Fotogramme, Collagen und Installationen. Die Schau umfasst Arbeiten aus nahezu zwei Jahrhunderten Fotografie-Geschichte: Das früheste gezeigte Werk entstand um 1839, die jüngste Arbeit wurde 2025 realisiert.

 

Spuren der Wirklichkeit – zu sehen im Untergeschoß des Lentos Kunstmuseum ist noch bis 16. August zu sehen.   Fotocredits. Felix-Benedikt Sturm, Rainer Iglar.

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